C5-Readiness

BSI C5

C5-Themengebiet CRY: Verschlüsselung und Schlüssel prüffähig umsetzen

Das Themengebiet CRY (Kryptographie und Schlüsselmanagement) verlangt Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung nach Stand der Technik und regelt den ganzen Lebenszyklus der Schlüssel, von der Erzeugung bis zur Vernichtung. Es hat 19 Kriterien, aber nur sechs Zusatz-Unterkriterien; fast alles ist Basis und damit Pflicht. Diese Seite zeigt an einem SaaS-Beispiel, was Sie selbst verantworten, was die Plattform liefert und welche Nachweise der Prüfer erwartet.

Geschlossener Tresor mit Zahlenschloss im Halbdunkel, das Schloss golden angestrahlt

Stand: 2026-11-01

Diese Seite behandelt das Themengebiet CRY (Kryptographie und Schlüsselmanagement) des C5:2026, Abschnitt 5.8 des Katalogs. Wie Kriterien und Unterkriterien grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt die Seite C5-Kriterienkatalog.

Worum geht es im Themengebiet CRY?

CRY verlangt, dass Kryptografie angemessen und wirksam eingesetzt wird, um Vertraulichkeit, Authentizität und Integrität von Informationen zu schützen (Zielsetzung in Abschnitt 5.8). Das Gebiet hat 19 Kriterien mit 32 Basis-Unterkriterien, einem verschärfenden und fünf erweiternden Zusatz-Unterkriterien. Es gliedert sich in drei Teile; die Gruppierung ist unsere Lesehilfe:

  • Richtlinie und Steuerung (CRY-01 bis CRY-03): eine Kryptorichtlinie mit neun Mindestaspekten, ein Änderungsmanagement für kryptografische Systeme und eine mindestens jährliche Überprüfung der Praxis.
  • Schutz der Daten (CRY-04, CRY-05): Verschlüsselung bei der Übertragung über öffentliche Netze und bei der Speicherung von Kundendaten.
  • Schlüssellebenszyklus (CRY-06 bis CRY-19): Erzeugung, Rotation, Zertifikate, Bereitstellung, Speicherung, Archivierung, Statuswechsel, Kompromittierung, Deaktivierung, vorab geteilte Schlüssel, Kontinuität, Dokumentation, externe Schlüsselverwaltung und kundenverwaltete Schlüssel.

Der dritte Teil ist größtenteils neu geschnitten: Das frühere Kriterium CRY-04 aus C5:2020 hat das BSI auf zehn Kriterien aufgeteilt, sechs weitere Kriterien sind ohne Vorgänger neu, darunter CRY-02, CRY-03, CRY-18 und CRY-19. Wer eine Kontrolle „Schlüsselmanagement“ nach C5:2020 hat, muss sie deshalb auf die neuen Kriterien verteilen.

Als Maßstab nennt CRY-01.02B die Technische Richtlinie BSI TR-02102 oder passende NIST-Vorgaben wie die Reihen FIPS 140 und SP 800. Die Kryptorichtlinie ist regelmäßig gegen diese Vorgaben zu prüfen, Abweichungen sind in einer Risikobewertung festzuhalten.

Ausgangssituation: ein SaaS-Anbieter vor der ersten Prüfung

Fiktives Beispiel, kein Kunde. Ein Anbieter betreibt eine Plattform, über die Steuerkanzleien und ihre Mandanten Dokumente austauschen und Belege hochladen. Der Dienst läuft auf der Infrastruktur eines großen Cloud-Anbieters, mit verwalteter Datenbank, Objektspeicher und dem Schlüsselverwaltungsdienst der Plattform. Große Kanzleien können eigene Schlüssel einbringen. Für interne Dienste betreibt der Anbieter eine eigene Zertifizierungsstelle, öffentliche Zertifikate bezieht er automatisiert von einer anerkannten Zertifizierungsstelle.

So sieht es vor dem Projekt aus:

  • Die Speicherverschlüsselung der Plattform ist überall eingeschaltet; welche Schlüssel es gibt, wer sie verwaltet und wann sie rotiert werden, steht nirgends.
  • Für mehrere Subdomains nutzt der Anbieter ein Wildcard-Zertifikat, dessen privater Schlüssel auf drei Systemen liegt.
  • Eine geplante Abschaltung älterer TLS-Versionen würde Schnittstellen einiger Kanzleisoftware treffen; die Kanzleien wissen davon noch nichts.
  • Was bei einem kompromittierten Schlüssel zu tun ist, regelt kein Dokument.

Wer ist wofür verantwortlich: Anbieter, Plattform, Kunde?

Die Plattform liefert die Werkzeuge, der Anbieter verantwortet ihren Einsatz. Bei sechs Kriterien nennt der Katalog Mitwirkungspflichten der Kunden (CRY-02, CRY-04, CRY-05, CRY-08, CRY-18, CRY-19). Unsere Einordnung für das Beispiel:

AspektAnbieterPlattform (Subdienstleister)Kunde (Kanzlei)
Kryptorichtlinie, Überprüfung, Änderungenschreibt und prüft sie, bewertet Änderungen und informiert Kunden über Folgen (CRY-01 bis CRY-03)-bewertet angekündigte Änderungen für die eigene Nutzung (zu CRY-02)
Transportverschlüsselunglegt Protokolle und Verfahren fest, konfiguriert Lastverteiler und Zertifikate (CRY-04)stellt Lastverteiler und TLS-Funktionen bereitnutzt für eigene Anbindungen verschlüsselte Verbindungen (zu CRY-04)
Verschlüsselung gespeicherter Datenschaltet sie ein, regelt Schlüsselzugriff und Ausnahmen mit dem Kunden (CRY-05)stellt Speicherverschlüsselung und Schlüsselverwaltungsdienst bereitfür SaaS meist keine eigene Aufgabe; bei IaaS-Anteilen für die eigenen Systeme (zu CRY-05)
Hardware-Sicherheitsmodule hinter dem Schlüsselverwaltungsdienstüberwacht den Subdienstleisterbetreibt und sichert sie (bei Carve-out außerhalb Ihrer Prüfung)-
Kundenverwaltete Schlüsselbindet sie sicher ein, protokolliert alle Aktivitäten, regelt den Zugriff (CRY-19)stellt die Funktion für eingebrachte Schlüssel bereiterzeugt und verwaltet die eigenen Schlüssel und sorgt für passende Vereinbarungen (zu CRY-19)

CRY-18.01B greift, wenn externe Schlüsselmanagementsysteme „als Option im Cloud-Dienst vorgesehen“ sind. Ob der Schlüsselverwaltungsdienst der Plattform als „externes Schlüsselmanagementsystem“ in diesem Sinne gilt, legen Sie im Scope fest und begründen es in der Systembeschreibung; unsere Empfehlung ist, das früh mit dem Prüfer abzustimmen. Carve-out und Inclusive erklärt die Seite C5-Scope. Ob und wann Personal des Anbieters auf Schlüssel oder Kundendaten zugreifen darf, regelt CRY-05.02B mit Verweis auf IAM-07; dazu die Seite C5 IAM.

Und die Post-Quanten-Kryptografie?

Sie steht in C5:2026 als erweiterndes Zusatzkriterium, nicht in der Basis: CRY-01.01AC bis CRY-01.03AC verlangen eine PQC-Strategie mit Inventar der eingesetzten Verfahren, Übergangsplänen und mindestens jährlicher Überprüfung. In den Basiskriterien muss die Kryptorichtlinie die Krypto-Agilität berücksichtigen (CRY-01.01B Nr. 9), also beschreiben, wie sich Verfahren während ihrer Lebensdauer effizient austauschen lassen. Kern einer Post-Quanten-Migration sind ein Krypto-Inventar und ein Migrationsplan.

Beispiel-Kontrollbeschreibung zu CRY-07

CRY-07 verlangt einen festen Rotationsplan: „Der Cloud-Anbieter hat einen Zeitplan für die Rotation kryptographischer Schlüssel festgelegt, der mit den in CRY-01 festgelegten Anforderungen an die Rotation kryptographischer Schlüssel übereinstimmt.“ Wer nach einer Risikobewertung bewusst nicht rotiert, muss das den Kunden transparent mitteilen (CRY-07.01B). Unsere Beispiel-Kontrolle (eigene Formulierung, kein Katalogtext; die Rotationsintervalle sind Beispielwerte, keine Katalogvorgabe):

FeldBeispiel
Kontroll-IDK-CRY-07-01 Schlüsselrotation nach Zeitplan
ZugeordnetCRY-07.01B; Rotationsvorgaben aus der Kryptorichtlinie (CRY-01.01B Nr. 6); Aufzeichnung nach CRY-17
ZielJeder Schlüssel wird nach dem Zeitplan seiner Schlüsselklasse rotiert; bewusste Ausnahmen sind nach Risikobewertung dokumentiert und den Kunden mitgeteilt.
VerantwortlichLeitung Plattformbetrieb als Schlüsselverantwortliche (Durchführung); Kontrolle durch die Informationssicherheitsbeauftragte (ISB)
Auslöser und FrequenzZeitplan je Schlüsselklasse aus dem Schlüsselinventar, zum Beispiel Datenschlüssel jährlich automatisch, Signaturschlüssel der Anwendung alle zwei Jahre manuell, TLS-Zertifikate bei jeder Erneuerung; monatlicher automatischer Abgleich von Schlüsselalter und Zeitplan
DurchführungAutomatische Rotation im Schlüsselverwaltungsdienst für Datenschlüssel. Manuelle Rotation über ein Änderungsticket mit Test in der Staging-Umgebung; neuer Schlüssel mit Aktivierungsdatum, alter Schlüssel nur noch zum Entschlüsseln oder Prüfen.
KontrolleDer monatliche Bericht listet alle Schlüssel mit Alter, letzter Rotation und nächster Fälligkeit. Die ISB prüft ihn und gleicht die Anzahl der Schlüssel mit dem Inventar ab.
EskalationÜberfällig um mehr als 30 Tage: Meldung an die Geschäftsführung und Bewertung als Abweichung. Soll ein Schlüssel nach Risikobewertung dauerhaft nicht rotiert werden: Entscheidung dokumentieren und die Kunden darüber informieren, wie CRY-07.01B es verlangt.
NachweisSchlüsselinventar, Rotationsprotokoll des Schlüsselverwaltungsdienstes, Änderungstickets, monatliche Berichte mit Durchsichtsvermerk

Ob die Kontrolle CRY-07 vollständig abdeckt, beurteilt der Prüfer; bei einem Typ-2-Bericht prüft er zusätzlich, ob sie über den ganzen Zeitraum wirksam war.

Schaubild „Lebenszyklus eines Schlüssels in C5 CRY“, Reihenfolge vereinfacht. Obere Reihe von links nach rechts: Erzeugung mit sicheren Zufallszahlengeneratoren (CRY-06), Bereitstellung nach Prüfung von Identität und Berechtigung mit festem Gültigkeitszeitraum (CRY-09), Speicherung getrennt von der Anwendung (CRY-10), hervorgehoben Rotation nach Zeitplan aus der Kryptorichtlinie (CRY-07). Untere Reihe von rechts nach links: Statuswechsel wie Suspendierung, überwacht, geprüft, genehmigt (CRY-12), Deaktivierung, nur noch Entschlüsseln oder Prüfen (CRY-14), Archivierung geschützt mit Protokoll jedes Zugriffs (CRY-11), Vernichtung mit Protokoll (CRY-14). In der Mitte: Lebenszyklus jedes nicht ephemeren Schlüssels lückenlos aufgezeichnet (CRY-17). Darunter drei Kästen: Grundlage Kryptorichtlinie mit Krypto-Agilität (CRY-01); Kompromittierung, Schlüssel nur noch kontrolliert nutzen und betroffene Kunden unverzüglich informieren (CRY-13); Kontinuität, verlorene Schlüssel wiederherstellen können (CRY-16).
Lebenszyklus eines Schlüssels im Themengebiet CRY, Reihenfolge vereinfacht. Quelle: BSI, Kriterienkatalog Cloud Computing C5:2026, Version 1.1.0, Abschnitt 5.8; eigene Darstellung.

Welche Nachweise der Prüfer sehen will

Für CRY sind die wichtigsten Nachweise ein vollständiges Schlüsselinventar und die Protokolle der Schlüsselverwaltung. Beispiele aus dem Szenario:

NachweisKriteriumHerkunftVerantwortlichZeitbezug
Kryptorichtlinie mit Abgleich gegen TR-02102 und Risikobewertung der AbweichungenCRY-01Dokumentenablage des ISMSISBim Zeitraum gültige Fassung, Datum der letzten Überprüfung
Änderungstickets zu kryptografischen Systemen mit Folgenbewertung und KundeninformationCRY-02Ticketsystem, KundenkommunikationLeitung Plattformbetriebje Änderung im Zeitraum
Bericht der Überprüfung der KryptopraxisCRY-03internes AuditISBmindestens jährlich und nach Vorfällen mit Kryptobezug
TLS-Konfiguration der öffentlichen Endpunkte und des FernzugangsCRY-04Konfigurationsexport, externer TestBetriebStand zu Beginn und Ende des Zeitraums, Änderungen dazwischen
Nachweis der Speicherverschlüsselung je DatenspeicherCRY-05.01BKonfigurationsexport der PlattformBetriebStichtag und Änderungen
Schlüsselinventar mit LebenszyklusdatenCRY-09.02B, CRY-17Schlüsselverwaltungsdienst, InventarLeitung Plattformbetriebfortlaufend, vollständig von Erzeugung bis Vernichtung
Ablauf für eingebrachte Kundenschlüssel und Protokoll ihrer NutzungCRY-19Schlüsselverwaltungsdienst, ProtokollsystemBetriebfortlaufend
Verfahren und Übungsprotokoll für kompromittierte SchlüsselCRY-13Notfallhandbuch, ÜbungsberichtISBgültige Fassung, letzte Übung

Wie Sie diese Nachweise je Unterkriterium und Fälligkeit verwalten, zeigt die Seite Nachweise und Dokumentation.

Mögliche Lücken: Ursache, Wirkung, Abhilfe

Die folgenden Lücken ergeben sich aus dem Wortlaut der Kriterien und dem Szenario. Ist ein einziges Unterkriterium nicht erfüllt, gilt das Kriterium als nicht erfüllt, und der Prüfer berichtet die Abweichung (Abschnitte 3.4.12 und 3.4.13).

Mögliche LückeUrsacheWirkungAbhilfe
Verschlüsselung an, Schlüssel unbekanntDie Plattform verschlüsselt mit Voreinstellungen, ein Inventar gibt es nicht.CRY-17.02B verlangt für alle Schlüssel außer ephemeren, also nur kurzzeitig genutzten Schlüsseln lückenlose Aufzeichnungen von der Erzeugung bis zur Vernichtung, CRY-09.02B Aktivierungs- und Deaktivierungsdaten; ohne Inventar ist auch CRY-07 nicht prüfbar.Schlüsselinventar aus dem Schlüsselverwaltungsdienst erzeugen, Schlüsselklassen und Verantwortliche festlegen.
Wildcard-Zertifikat ohne eigenes VerfahrenBequemlichkeit bei vielen Subdomains.CRY-15.01B verlangt für Wildcard-Zertifikate und vorab geteilte Schlüssel eigene Verfahren und technische Schutzmaßnahmen für Nutzung und Bereitstellung.Einsatz begründen oder durch Einzelzertifikate ersetzen; wo es bleibt, Ablageorte begrenzen, Zugriff protokollieren, Verfahren dokumentieren.
Kryptoänderung ohne KundeninformationDie TLS-Umstellung ist als reine Betriebsaufgabe geplant.CRY-02.01B verlangt, die Folgen von Änderungen an kryptografischen Systemen zu bewerten, auch mögliche Störungen von Workloads, die Kunden selbst verwalten, und die Kunden über diese Folgen zu informieren.Änderung über das Änderungsmanagement mit Folgenbewertung führen, Kanzleien mit Vorlauf informieren, Übergangsfrist anbieten.
Kein Ablauf bei kompromittierten SchlüsselnDer Fall gilt als unwahrscheinlich.CRY-13 verlangt, kompromittierte Schlüssel nur noch kontrolliert zum Entschlüsseln oder Prüfen zu verwenden und betroffene Kunden unverzüglich zu informieren; CRY-16.02B fordert Verfahren zur Wiederherstellung verlorener oder beschädigter Schlüssel.Ablauf in das Notfallhandbuch aufnehmen, Benachrichtigung der Kunden vorformulieren, einmal jährlich üben.
Richtlinie ohne MaßstabDie Kryptorichtlinie nennt „starke Verschlüsselung“, aber keine Verfahren und Schlüssellängen.CRY-01.02B verlangt die Überprüfung gegen BSI TR-02102 oder passende NIST-Vorgaben und eine Risikobewertung für Abweichungen; eine Richtlinie ohne konkrete Vorgaben lässt sich so nicht prüfen.zulässige Verfahren, Protokollversionen und Schlüssellängen je Einsatzzweck festlegen und den Abgleich dokumentieren.

Welche Lücken die Prüfung tatsächlich blockieren und in welcher Reihenfolge Sie sie schließen, klärt eine Maßnahmenplanung über alle Gebiete.

Alle Kriterien des Themengebiets CRY

Titel nach der deutschen Fassung 1.1.0, Zählung der Unterkriterien nach Abschnitt 5 (B = Basis, AS = verschärfend, AC = erweiternd). Die Spalte „Worum es geht“ ist unsere eigene Kurzbeschreibung, kein Katalogtext; verbindlich ist der Wortlaut der Kriterien im Katalog.

IDTitel (Katalog)B/AS/ACWorum es geht
CRY-01Richtlinie für die Verwendung kryptographischer Mechanismen2/0/3Die Kryptorichtlinie mit neun Mindestaspekten, Abgleich mit TR-02102 oder NIST und als Zusatz die PQC-Strategie.
CRY-02Kryptographisches Änderungsmanagement3/0/0Änderungen an Kryptosystemen bewerten, nachvollziehbar dokumentieren und Kunden über Folgen informieren.
CRY-03Überprüfung kryptographischer Verfahren2/0/0Die gelebte Kryptopraxis mindestens jährlich und nach Vorfällen auditieren und an den Stand der Technik anpassen.
CRY-04Schutz von Daten bei der Übertragung2/1/0Kundendaten über öffentliche Netze und Fernzugriffe auf die Produktion verschlüsselt übertragen, verschärft alle Daten.
CRY-05Verschlüsselung von sensiblen Daten bei der Speicherung5/0/1Kundendaten gespeichert verschlüsseln und regeln, wer auf die Schlüssel zugreifen kann.
CRY-06Sichere Schlüsselerzeugung1/0/0Schlüssel nur mit sicheren Zufallszahlengeneratoren erzeugen.
CRY-07Rotation kryptographischer Schlüssel1/0/0Ein Rotationsplan nach der Richtlinie; wer nicht rotiert, sagt es den Kunden.
CRY-08Ausstellung von Public-Key-Zertifikaten1/0/0Eigene Zertifikate nur nach Identitätsprüfung ausstellen und fremde nur von vertrauenswürdigen Stellen beziehen.
CRY-09Sichere Schlüsselbereitstellung2/0/0Schlüssel nur nach Prüfung von Identität und Berechtigung aktivieren, mit festem Gültigkeitszeitraum.
CRY-10Sichere Speicherung von Schlüsseln1/0/1Schlüsselverwaltung getrennt von der Anwendung, mit geregeltem Zugang und Speicherort, als Zusatz in einem Sicherheitsmodul.
CRY-11Archivierung kryptographischer Schlüssel1/0/0Archivierte Schlüssel geschützt, nur so lange wie nötig aufbewahren und jeden Zugriff protokollieren.
CRY-12Management von Statusänderungen kryptographischer Schlüssel1/0/0Statuswechsel wie Suspendierung überwachen, prüfen und genehmigen.
CRY-13Umgang mit kompromittierten Schlüsseln2/0/0Kompromittierte Schlüssel nur noch kontrolliert nutzen und betroffene Kunden unverzüglich informieren.
CRY-14Sichere Deaktivierung kryptographischer Schlüssel1/0/0Abgelaufene Schlüssel nur noch zum Entschlüsseln oder Prüfen nutzen und am Ende vernichten, mit Protokoll.
CRY-15Anforderungen an Pre-Shared Keys1/0/0Eigene Verfahren für vorab geteilte Schlüssel und Wildcard-Zertifikate.
CRY-16Betriebliche Kontinuität für das Schlüsselmanagement2/0/0Abwägen zwischen Sicherung und Redundanz der Schlüssel in Sicherheitsmodulen und verlorene Schlüssel wiederherstellen können.
CRY-17Management des Lebenszyklus kryptographischer Schlüssel2/0/0Den Lebenszyklus jedes nicht ephemeren Schlüssels von der Erzeugung bis zur Vernichtung lückenlos aufzeichnen.
CRY-18Nutzung externer Schlüsselmanagementsysteme1/0/0Wenn der Dienst externe Schlüsselmanagementsysteme als Option vorsieht: Zertifizierung, sichere Anbindung, Zugriff, Rotation und Überwachung.
CRY-19Sicherer Umgang mit kundenseitig verwalteten Schlüsseln1/0/0Von Kunden eingebrachte Schlüssel sicher integrieren, ihre Nutzung protokollieren und den Zugriff beschränken.

Kundenverwaltete und extern verwaltete Schlüssel (CRY-18, CRY-19) sind auch eine Frage der Souveränität; weitergehende Kriterien dazu hat das BSI mit C3A veröffentlicht.

Bezug zu ISO/IEC 27001:2022 Anhang A

Die folgende Zuordnung ist unsere eigene, nicht amtliche Einordnung nach Thema. Das BSI hat für C5:2026 noch keine Kreuzreferenz veröffentlicht, und auch eine amtliche Tabelle zeigt nach dem Katalog nur thematische Nähe, keine Erfüllung (Abschnitt 3.3). Die Kurzbezeichnungen sind unsere, keine Titel aus der Norm.

C5:2026ISO/IEC 27001:2022 Anhang AThema (Kurzbezeichnung)Was C5 zusätzlich konkret verlangt (unsere Einschätzung)
CRY-01, CRY-06 bis CRY-17A.8.24Einsatz von Kryptografie und Schlüsselverwaltungneun Mindestaspekte der Richtlinie, Krypto-Agilität, jeder Schritt des Schlüssellebenszyklus als eigenes Kriterium
CRY-01 Nr. 7A.5.31rechtliche Anforderungen an KryptografieTeil der Kryptorichtlinie
CRY-02A.8.32Änderungen an SystemenInformation der Kunden über Folgen für die von ihnen verwalteten Workloads
CRY-03A.5.35unabhängige Überprüfungmindestens jährlich und nach Vorfällen mit Kryptobezug
CRY-04A.5.14, A.8.24Schutz bei der ÜbertragungFernzugriff auf die Produktion ausdrücklich eingeschlossen
CRY-05A.8.24Schutz gespeicherter DatenSchlüsselzugriff des Anbieters nur nach IAM-07, Abstimmung mit dem Kunden
CRY-18, CRY-19A.5.23 (teilweise)Nutzung von Cloud-Diensteneigene Kriterien für externe und kundenverwaltete Schlüssel

Häufige Fragen

Ist Post-Quanten-Kryptografie in C5:2026 Pflicht?+
Nein. Die PQC-Strategie steht in den erweiternden Zusatz-Unterkriterien CRY-01.01AC bis CRY-01.03AC. In den Basiskriterien muss die Kryptorichtlinie die Krypto-Agilität berücksichtigen (CRY-01.01B Nr. 9), also beschreiben, wie sich Verfahren während ihrer Lebensdauer effizient austauschen lassen.
Reicht die Standardverschlüsselung meiner Cloud-Plattform?+
Für die Verschlüsselung selbst oft ja, für C5 nicht allein. Sie brauchen zusätzlich eine Kryptorichtlinie, ein Schlüsselinventar, einen Rotationsplan und Verfahren für den ganzen Lebenszyklus der Schlüssel, für die Sie verantwortlich sind. Was die Plattform beiträgt, legen Sie im Scope fest.
Muss ich Schlüssel rotieren?+
CRY-07.01B verlangt einen Zeitplan für die Rotation, der zu den Vorgaben der Kryptorichtlinie passt. Rotiert der Anbieter nach einer Risikobewertung nicht, muss er das den Kunden transparent mitteilen.
Welchen Maßstab legt C5 für Verfahren und Schlüssellängen an?+
Der Katalog schreibt keine einzelnen Verfahren vor, verlangt aber Stand der Technik und die Überprüfung der Kryptorichtlinie gegen die Technische Richtlinie BSI TR-02102 oder passende NIST-Vorgaben wie FIPS 140 und SP 800 (CRY-01.02B).
Muss ich kundenverwaltete Schlüssel anbieten?+
Der Katalog verpflichtet nicht dazu, solche Schlüssel anzubieten. Wenn Kunden eigene Schlüssel verwalten, verlangt CRY-19 sichere Einbindung, Protokollierung aller Aktivitäten und Zugriffsbeschränkung. Unsere Empfehlung: Prüfen Sie, ob Ihre Zielkunden das in Ausschreibungen fordern.

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Quellen

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG).