C5-Readiness

BSI C5

C5-Themengebiet DEV: Entwicklung und Änderungen prüffähig machen

Das Themengebiet DEV, im Katalog „Beschaffung, Entwicklung und Änderung von Informationssystemen“, regelt in 15 Kriterien, wie ein Cloud-Anbieter seinen Dienst sicher entwickelt und ändert. Für einen SaaS-Anbieter heißt das vor allem: Jede Änderung läuft nachvollziehbar durch Tests und Freigabe, Produktions- und Testumgebungen sind getrennt, und Fremdsoftware ist bekannt. Diese Seite zeigt, wie Sie das in einer CI/CD-Pipeline so aufsetzen, dass ein Prüfer es nachvollziehen kann.

Dunkler Arbeitsplatz mit Monitor, auf dem eine Pipeline aus verbundenen Stufen in goldenem Licht leuchtet

Stand: 2026-11-01

Diese Seite behandelt das Themengebiet DEV (Beschaffung, Entwicklung und Änderung von Informationssystemen) des C5:2026, Abschnitt 5.11 des Katalogs. Wie Kriterien und Unterkriterien grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt die Seite C5-Kriterienkatalog.

Worum geht es im Themengebiet DEV?

DEV regelt, wie der Anbieter seinen Dienst und die zugehörigen Systemkomponenten sicher entwickelt, ändert und bereitstellt. Das Gebiet umfasst 15 Kriterien, DEV-01 bis DEV-15, mit 32 Basis-Unterkriterien und 10 erweiternden Zusatz-Unterkriterien; verschärfende Zusatz-Unterkriterien gibt es in DEV nicht. Fünf Kriterien sind laut Änderungshistorie des BSI neu gegenüber C5:2020: DEV-05, DEV-11, DEV-13, DEV-14 und DEV-15. Den Betrieb des Dienstes, also Patch- und Schwachstellenmanagement oder Datensicherung, regelt das Gebiet OPS.

Ausgangssituation: ein SaaS-Anbieter mit eigener Pipeline

Fiktives Beispiel, kein Kunde. Ein Anbieter betreibt ein Dokumentenmanagementsystem für Kommunalverwaltungen als SaaS. Zwölf Personen in zwei Teams entwickeln den Dienst in einem Git-System; eine CI/CD-Pipeline baut Container-Images, testet sie und rollt sie mehrmals pro Woche auf ein verwaltetes Kubernetes einer Cloud-Plattform aus. Netz, Cluster und Datenbanken beschreibt das Team als Code im selben Git-System. Eine externe Agentur entwickelt die mobile App für Sachbearbeitende. Im Produkt stecken mehrere hundert Open-Source-Bibliotheken. Mehrere Kommunen verlangen für eine Ausschreibung ein C5-Testat Typ 2.

Die Ausgangslage ist gut: Vieles, was DEV verlangt, erledigt die Pipeline schon. Was fehlt, sind meist die Regeln dahinter und die Belege, dass sie über den ganzen Prüfungszeitraum galten.

Wer ist wofür verantwortlich: Anbieter, Plattform, Kunde?

Die DEV-Kriterien gelten für alles, was der Anbieter selbst entwickelt und ändert, auch für Plattformen, virtuelle Infrastruktur und andere Systemkomponenten, nicht nur für die Anwendung (ergänzende Informationen zu DEV-01). Die Grenzen zu Plattform und Kunde sehen im Beispiel so aus:

AspektAnbieterPlattform (Subdienstleister)Kunde (Kommune)
Richtlinien, Code, Tests und Freigabenlegt Regeln fest, entwickelt, testet und gibt frei (DEV-01, DEV-03, DEV-06 bis DEV-10)-testet oder gibt auf eigener Seite frei, soweit der Vertrag es vorsieht (korrespondierende Kriterien zu DEV-07 und DEV-10)
Pipeline, Infrastruktur-Code und eigene Konfiguration auf der Plattformverantwortet sie als eigene Änderungen nach DEVstellt Werkzeuge und verwaltete Dienste bereit-
Änderungen an den verwalteten Diensten selbstüberwacht die Plattform nach SSO-05, siehe SSOändert die verwalteten Dienste, etwa Updates der Kubernetes-Steuerungsebene oder der Datenbank-Engine-
Trennung der Umgebungen und Liste der Softwarekomponentenschützt und trennt Entwicklung, Test und Produktion und führt die Liste je Release (DEV-11 bis DEV-13)stellt getrennte Konten oder Projekte bereit-
Ausgelagerte Entwicklungsteuert die Agentur und bleibt für das Ergebnis verantwortlich (DEV-02)--

Die eigenen Kontrollen des Anbieters prüft der Prüfer; die Kontrollen der Plattform gehen über deren Bericht und Ihre Überwachung ein. Die korrespondierenden Kriterien für Kunden sind allgemeine Hinweise des Katalogs und nicht abschließend. Welche Kundenkontrollen Ihr Dienst voraussetzt, legen Sie selbst fest und beschreiben sie als CUEC; wie das geht, steht auf der Seite Korrespondierende Kriterien.

Wie wird das Änderungsmanagement in einer CI/CD-Pipeline prüffähig?

Indem jede Stufe der Pipeline einem Kriterium zugeordnet ist und Spuren hinterlässt. Der Katalog verlangt keinen zentralen Änderungsprozess mit Änderungsbeirat; agile Verfahren sind ausdrücklich zulässig, solange sie die festgelegten Verfahren und technischen Schutzmaßnahmen einhalten (ergänzende Informationen zu DEV-03). Zwei Klarstellungen aus dem Katalog helfen beim Zuschnitt:

  • Was eine Änderung ist: alles, was Konfiguration, Funktion oder Sicherheit von Systemkomponenten in der Produktion verändern kann, also Infrastruktur und Quellcode, ausdrücklich auch Netzkonfiguration und Container-Images.
  • Releases zählen als eine Änderung: Fassen Sie viele Commits zu einem Release zusammen, ist das Release die Änderung im Sinne von DEV-03, nicht jeder einzelne Commit.
Stufe in der PipelineKriterienWas dabei entstehen sollte (unsere Empfehlung)
Änderung anlegen, Risiko einstufenDEV-03, DEV-06Merge-Request mit Risikoklasse nach Ihrer Änderungsrichtlinie; bei hohem Risiko dokumentierte Minderungsmaßnahmen vor der Bereitstellung
Code und Konfiguration versionierenDEV-08, DEV-09jede Änderung einer Person oder einem Systemkonto zugeordnet, Rücksetzen auf einen früheren Stand möglich, Rollen im Git-System nach IAM-01
TestenDEV-05, DEV-07Testumfang nach Risikoklasse, Sicherheitsfunktionen gegen ihre Spezifikation getestet, Fehler nach festen Kriterien bewertet
FreigebenDEV-10Freigabe durch berechtigte Personen oder Systemkomponenten vor der Bereitstellung, Funktionstrennung zwischen Autor und Freigabe
BereitstellenDEV-08Deploy nur über die Pipeline, Protokoll mit Bezug auf die Änderung
Ausnahme, NotfalländerungDEV-15, DEV-03festgelegter Weg für Notfälle mit nachträglicher Prüfung und Dokumentation
Schaubild „Eine Änderung auf dem Weg in die Produktion“. Fünf Stufen von links nach rechts: Änderung anlegen und Risiko einstufen (DEV-03, DEV-06); Versionieren, jede Änderung einer Person oder einem Systemkonto zugeordnet (DEV-08, DEV-09); Testen, Umfang nach Risikoklasse (DEV-05, DEV-07); hervorgehoben Freigeben durch berechtigte Personen oder Systemkomponenten, Autor und Freigabe getrennt (DEV-10); Bereitstellen nur über die Pipeline, mit Protokoll (DEV-08). Ein gestrichelter Pfad „Ausnahme: Notfalländerung“ (DEV-15, DEV-03), festgelegter Weg für Notfälle mit nachträglicher Prüfung und Dokumentation, führt zur Bereitstellung. Unten zwei getrennte Bereiche: Entwicklung und Test mit eigener Risikobeurteilung und Schutzmaßnahmen (DEV-11), ohne Produktionsdaten ohne ausdrückliche Genehmigung der Kunden und ohne Schlüssel, Zertifikate oder andere Geheimnisse der Produktion; Produktion, physisch oder logisch getrennt (DEV-12), ohne unbefugten Zugriff auf Kundendaten aus Test und Entwicklung, mit unserer Empfehlung, dass nur das Pipeline-Konto in die Produktion schreiben darf.
Eine Änderung auf dem Weg in die Produktion, mit den zugehörigen DEV-Kriterien. Quelle: BSI, Kriterienkatalog Cloud Computing C5:2026, Version 1.1.0, Abschnitt 5.11; eigene Darstellung.

Kunden informieren Sie über Art und Umfang von Änderungen und daraus folgende Mitwirkungspflichten so, wie es der Vertrag vorsieht; das gehört nach DEV-03 in die Richtlinie. Bei einem Typ-2-Bericht kommen wesentliche Änderungen am internen Kontrollsystem während des Zeitraums zusätzlich in die Systembeschreibung; wie Sie diese formulieren, erklärt die Seite Wesentliche Änderungen und Ereignisse.

Wie trennen Sie Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebung nach DEV-12?

Physisch oder logisch, so dass aus Test und Entwicklung kein unbefugter Zugriff auf Kundendaten, keine Ausbreitung von Schadprogrammen und keine unbeabsichtigten Änderungen an der Produktion möglich sind (DEV-12.01B). Zwei Regeln aus DEV-12 sind leicht zu übersehen:

  • Keine Produktionsdaten in Test oder Entwicklung, es sei denn, die Kunden haben es ausdrücklich genehmigt. Für Tests mit Kundendaten verlangt DEV-07.03B zusätzlich, die Daten vorher zu anonymisieren.
  • Keine gemeinsamen Geheimnisse: Schlüssel, Zertifikate und andere Geheimnisse der Produktion werden in anderen Umgebungen nicht wiederverwendet. Ist es unvermeidbar, dokumentieren und begründen Sie die Ausnahme über den Ausnahmeprozess (SP-03) und das Risikomanagement (DEV-12.02B).

Unsere Empfehlung für das Beispiel: je Umgebung ein eigenes Konto oder Projekt auf der Cloud-Plattform, eigene Cluster für Produktion und Staging, getrennte Geheimnisspeicher und ein Pipeline-Konto, das als einziges in die Produktion schreiben darf. Das ist einfacher zu belegen als eine Trennung über Namensräume in einem gemeinsamen Cluster. Die Entwicklungs- und Testumgebungen selbst brauchen nach DEV-11 eine Risikobeurteilung und passende Schutzmaßnahmen; die nötigen Teile gehören in den Datensicherungsplan.

Beispiel-Kontrollbeschreibung zu DEV-10

So könnte die Freigabekontrolle im Beispiel aussehen. Das Muster ist eine eigene Formulierung, kein Katalogtext; das Feldschema erklärt die Seite Systembeschreibung.

FeldBeispiel
Kontroll-IDK-DEV-10-01
ZugeordnetDEV-10.01B; unterstützt außerdem DEV-07.01B, DEV-07.02B und DEV-08.02B. DEV-10.02B (Einbeziehung der Kunden) deckt eine eigene Kontrolle ab.
ZielKeine Änderung erreicht die Produktion ohne bestandene Pflichttests und ohne Freigabe einer zweiten berechtigten Person.
VerantwortlichLeitung Entwicklung (Kontrolleigentümer); Freigaben durch Personen mit der Rolle „Maintainer“; Konfiguration des Branch-Schutzes durch das Plattformteam
Auslöser und Frequenzjede Änderung am Hauptzweig und jedes Release (laufend, automatisiert); Abgleich monatlich
DurchführungDer Merge-Request enthält die Risikoklasse nach Änderungsrichtlinie. Die Pipeline führt Unit-, Integrations- und Sicherheitstests (statische Analyse, Abhängigkeiten, Container-Image) aus. Der Branch-Schutz verlangt eine Freigabe durch eine andere Person als den Autor, bei Risikoklasse „hoch“ zwei Freigaben, davon eine durch die Informationssicherheitsbeauftragte (ISB). Bereitstellen darf nur das Pipeline-Konto.
KontrolleDie Leitung Qualitätssicherung gleicht monatlich alle Produktions-Deploys aus dem Deploy-Protokoll per Skript mit den freigegebenen Merge-Requests ab und prüft jede Abweichung. Vierteljährlich vergleicht das Plattformteam die exportierte Branch-Schutz-Konfiguration mit dem Sollstand.
EskalationEin Deploy ohne Freigabe oder eine geänderte Schutzregel geht innerhalb eines Werktags als Ticket an die ISB, wird nach dem Ausnahmeprozess bewertet und erscheint im monatlichen ISMS-Bericht an die Geschäftsführung.
NachweisMerge-Request-Historie, Pipeline-Protokolle, Deploy-Protokoll, monatliches Abgleichprotokoll, Konfigurationsexporte

Ob die Kontrolle alle zugeordneten Unterkriterien abdeckt, beurteilt der Prüfer. Ein Kriterium gilt als nicht erfüllt, wenn ein einziges Unterkriterium nicht erfüllt ist (Abschnitt 3.4.12).

Welche Nachweise der Prüfer sehen will

Vor allem Belege aus den Systemen, die ohnehin entstehen, und zwar für den ganzen Prüfungszeitraum. Für einen Typ-2-Bericht reicht es nicht, die Pipeline am Tag der Prüfung vorzuführen. Unsere Übersicht für das Beispiel:

NachweisKriteriumHerkunftVerantwortlichZeitbezug
Richtlinie für sichere Entwicklung und ÄnderungsrichtlinieDEV-01, DEV-03ISMS-Dokumentenablage, freigegebene FassungLeitung Entwicklung, ISBgültige Fassung mit Freigabedatum, über den ganzen Zeitraum
Merge-Requests mit Risikoklasse, Testergebnis und FreigabeDEV-06, DEV-07, DEV-10Export aus dem Git-SystemLeitung Entwicklungalle Änderungen im Zeitraum, als Grundgesamtheit für Stichproben
Deploy-Protokoll der ProduktionDEV-08Pipeline und Audit-Log des ClustersPlattformteamlückenlos im Zeitraum
Rollen und Branch-Schutz im Git-SystemDEV-08.01B, DEV-09Konfigurationsexport mit ÄnderungshistoriePlattformteamStichtag plus alle Änderungen im Zeitraum
Liste der Notfalländerungen mit nachträglicher PrüfungDEV-15TicketsystemLeitung Betrieballe Fälle im Zeitraum
Liste der Softwarekomponenten oder SBOM je ReleaseDEV-13Pipeline-ArtefaktLeitung Entwicklungje Release
Trennungskonzept und Kontenstruktur der UmgebungenDEV-11, DEV-12Architekturdokumentation, Export der KontenstrukturPlattformteamStichtag plus Änderungen
Teilnahme an rollenbasierten SchulungenDEV-04LernplattformISBje Person im vorgesehenen Turnus
Vertrag, Risikobeurteilung und Abnahmen der AgenturDEV-02Einkauf, TicketsystemProduktmanagementVertrag vor Beginn, Abnahme je Lieferung

Wie Sie solche Belege in einem Nachweisregister führen, zeigt die Seite Nachweise und Dokumentation. Bei einer Erstprüfung lässt der Katalog für Kontrollen, die noch nicht in der Produktion gelaufen sind, Nachweise aus einer Nicht-Produktionsumgebung zu, die wie die Produktion konfiguriert ist (Abschnitt 3.4.11).

Mögliche Lücken: Ursache, Wirkung, Abhilfe

Die folgenden Lücken leiten wir aus den Anforderungen des Katalogs ab. Sie sind keine Prüferfeststellungen, zeigen aber, wo eine Pipeline, die im Alltag gut funktioniert, für eine Prüfung noch nicht reichen kann.

Mögliche LückeUrsacheWirkungAbhilfe
Administratoren können den Branch-Schutz umgehen oder direkt deployenNotfallrechte aus der Anfangszeit, persönliche Zugänge zum ClusterÄnderungen ohne Freigabe sind möglich, DEV-08 und DEV-10 nicht belegbarDirektzugriff nur über eine Notfallrolle mit Protokoll, jede Nutzung als Notfalländerung nach DEV-15 nachprüfen
Infrastruktur- und Netzänderungen laufen außerhalb des ProzessesÄnderungsrichtlinie nennt nur Anwendungscode; Konfiguration wird in der Konsole der Plattform geändertTeil der Änderungen ohne Test und Freigabe, obwohl DEV-03 Infrastruktur, Netz und Container erfasstInfrastruktur nur über Code und Pipeline ändern, Konsolenrechte auf Lesen beschränken, Abweichungen per Abgleich erkennen
Staging läuft mit einer Kopie der Produktionsdatenbankrealistische Testdaten fehlenKundendaten außerhalb der Produktion ohne Genehmigung, Verstoß gegen DEV-12.01B und DEV-07.03Bsynthetische oder anonymisierte Testdaten erzeugen, Ausnahmen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Kunden
Dieselben Geheimnisse in Staging und Produktiongemeinsame Konfigurationsdatei, ein Zertifikat für alle UmgebungenKompromittierung der Testumgebung gefährdet die Produktion, DEV-12.02B nicht erfülltGeheimnisse je Umgebung erzeugen und getrennt speichern, unvermeidbare Ausnahmen nach SP-03 dokumentieren
Liste der Softwarekomponenten nur für den eigenen CodeBasis-Images und eingebundene Werkzeuge nicht erfasstbei einer bekannten Schwachstelle lässt sich nicht feststellen, welche Dienste betroffen sind, DEV-13 lückenhaftSBOM automatisiert je Image erzeugen und je Release ablegen; der Stand der Technik steht in der BSI-Richtlinie TR-03183-2

Planen Sie die Abhilfe vor Beginn eines Typ-2-Zeitraums ein: Eine Kontrolle, die erst mitten im Zeitraum eingeführt wird, liefert für die Wochen davor keine Nachweise. Wie Sie Lücken über mehrere Themengebiete in eine sinnvolle Reihenfolge bringen, zeigt die Seite Maßnahmen priorisieren.

Alle Kriterien des Themengebiets DEV

Titel nach der deutschen Fassung 1.1.0, Zählung der Unterkriterien nach Abschnitt 5 (B = Basis, AS = verschärfend, AC = erweiternd). Die Spalte „Worum es geht“ ist unsere eigene Kurzbeschreibung, kein Katalogtext; verbindlich ist der Wortlaut der Kriterien im Katalog.

IDTitel (Katalog)B/AS/ACWorum es geht
DEV-01Richtlinien für die Entwicklung/Beschaffung von Systemkomponenten3/0/1Regeln für sichere Entwicklung über den ganzen Lebenszyklus, einschließlich des Ziels, den Zugriff des Anbieters auf Kundendaten gering zu halten.
DEV-02Auslagerung der Entwicklung2/0/2Was mit einem externen Entwicklungsdienstleister vertraglich zu regeln und vorab als Risiko zu bewerten ist.
DEV-03Richtlinien für Änderungen an Systemkomponenten1/0/0Die Änderungsrichtlinie: Risikoeinstufung, Tests, Freigaben, Funktionstrennung, Kundeninformation und Notfälle.
DEV-04Programm für Sicherheitsschulungen und Sensibilisierung in Bezug auf kontinuierliche Software-Bereitstellung und zugehörige Systeme, Komponenten oder Werkzeuge2/0/0Rollenbezogene Schulungen für alle, die entwickeln und bereitstellen, auch für externes Personal.
DEV-05Designdokumentation für Sicherheitsfunktionen1/0/0Sicherheitsfunktionen wie Verschlüsselung oder Anmeldung werden auf Basis einer Sicherheitsanalyse dokumentiert und spezifiziert.
DEV-06Risikobeurteilung, Kategorisierung und Priorisierung von Änderungen2/0/1Jede Änderung wird nach Risiko eingestuft, auch im Zusammenspiel mit gleichzeitigen Änderungen.
DEV-07Testen von Änderungen5/0/1Tests nach Risiko, vollständige Tests der Sicherheitsfunktionen und strenge Regeln für Kundendaten in Tests.
DEV-08Protokollierung von Änderungen2/0/1Jede Änderung in der Produktion ist aufgezeichnet und einer Person oder einem Systemkonto zuzuordnen.
DEV-09Versionskontrolle3/0/2Ein geschütztes Versionskontrollsystem für Code, Konfigurationen und Fremdprodukte, mit der Möglichkeit, zurückzusetzen.
DEV-10Freigaben für die Bereitstellung in der Produktionsumgebung2/0/1Berechtigte Personen oder Systemkomponenten geben Änderungen vor der Bereitstellung frei; Kunden nach Vertrag.
DEV-11Schutz von Entwicklungs- und Testumgebungen1/0/0Auch die Nicht-Produktionsumgebungen brauchen eine Risikobeurteilung und Schutzmaßnahmen.
DEV-12Trennung der Umgebungen2/0/0Produktion getrennt von Test und Entwicklung, ohne Produktionsdaten und ohne gemeinsame Geheimnisse.
DEV-13Transparenz über Softwarekomponenten2/0/0Eine aktuelle Liste der Softwarekomponenten, etwa als SBOM, damit betroffene Dienste bei Schwachstellen erkennbar sind.
DEV-14Sichere Nutzung von Hardware und Software Dritter3/0/1Regeln für Fremd- und Open-Source-Software, Abhängigkeitsliste und Bezug nur aus vertrauenswürdigen Quellen.
DEV-15Ausnahmen vom Änderungsmanagementprozess1/0/0Ein geregelter Weg für Ausnahmen und Notfalländerungen, der die Risiken begrenzt.

Bezug zu ISO/IEC 27001:2022 Anhang A

Haben Sie ein ISO-27001-Zertifikat, finden Sie viele DEV-Themen in Anhang A der Norm wieder. Die folgende Zuordnung ist unsere eigene, nicht amtliche Einordnung nach Thema. Das BSI hat für C5:2026 noch keine Kreuzreferenz veröffentlicht, und auch eine amtliche Tabelle zeigt nach dem Katalog nur thematische Nähe, keine Erfüllung (Abschnitt 3.3). Die Kurzbezeichnungen sind unsere, keine Titel aus der Norm. Was ein Zertifikat insgesamt für C5 bringt, steht auf der Seite C5 und ISO 27001.

C5:2026ISO/IEC 27001:2022 Anhang AThema (Kurzbezeichnung)Was C5 zusätzlich konkret verlangt (unsere Einschätzung)
DEV-01, DEV-05A.8.25, A.8.26, A.8.27, A.8.28sichere Entwicklung und ArchitekturZiel, den Zugriff des Anbieters auf Kundendaten gering zu halten; dokumentierte Sicherheitsfunktionen auf Basis einer Sicherheitsanalyse
DEV-02A.8.30ausgelagerte EntwicklungVertrag und vorherige Risikobeurteilung; nicht für externes Personal in den eigenen Prozessen
DEV-03, DEV-06, DEV-10, DEV-15A.8.32ÄnderungenRisikoeinstufung jeder Änderung, Freigabe vor der Bereitstellung, geregelter Weg für Notfalländerungen
DEV-04A.6.3Schulungrollenbezogene Schulungen zur kontinuierlichen Bereitstellung, auch für externes Personal
DEV-07A.8.29, A.8.33Tests und TestdatenKundendaten in Tests nur mit Genehmigung und anonymisiert
DEV-08, DEV-09A.8.4, A.8.9Quellcode und Konfigurationjede Änderung in der Produktion einer Person oder einem Systemkonto zugeordnet
DEV-11, DEV-12A.8.31getrennte Umgebungenkeine Produktionsdaten ohne Genehmigung der Kunden, keine gemeinsamen Geheimnisse der Produktion
DEV-13, DEV-14A.5.21, A.8.8Lieferkette und SchwachstellenListe der Softwarekomponenten, mit der sich betroffene Dienste bei Schwachstellen finden lassen; Anhang A nennt eine solche Liste nicht ausdrücklich

Häufige Fragen

Brauchen wir für C5 einen Änderungsbeirat (Change Advisory Board)?+
Nein. Der Katalog verlangt keinen zentralen Änderungsprozess und lässt agile Verfahren ausdrücklich zu, solange sie die festgelegten Verfahren und technischen Schutzmaßnahmen einhalten (ergänzende Informationen zu DEV-03). Freigaben durch eine zweite Person im Merge-Request und automatisierte Tests können die Anforderungen erfüllen, wenn sie geregelt und belegt sind.
Darf eine automatisierte Pipeline Änderungen selbst freigeben?+
DEV-10.01B spricht von autorisiertem Personal oder autorisierten Systemkomponenten, die auf Grundlage definierter Kriterien wie Testergebnissen und erforderlichen Freigaben genehmigen. Eine automatische Freigabe ist also denkbar, wenn die Kriterien festgelegt sind und das System dafür berechtigt ist. Funktionstrennung nach DEV-03 und Ihre Risikoeinstufung bleiben zu beachten; bei hohem Risiko empfehlen wir eine menschliche Freigabe.
Dürfen wir Produktionsdaten für Tests nutzen?+
Nur mit ausdrücklicher Genehmigung der betroffenen Kunden (DEV-12.01B); für Tests mit Kundendaten verlangt DEV-07.03B außerdem eine vorherige Anonymisierung und den Schutz der Vertraulichkeit während des ganzen Vorgangs. Einfacher zu belegen sind synthetische Testdaten. Eine Ausnahme gilt für Wiederherstellungstests der Datensicherung (ergänzende Informationen zu OPS-08.01B), siehe BCM.
Muss die Liste der Softwarekomponenten eine SBOM sein?+
Nein. DEV-13 kann durch eine hinreichend detaillierte Liste erfüllt werden; hinreichend heißt, dass Sie damit alle Dienste finden, die von einer bekannten Schwachstelle betroffen sind. Eine SBOM ist ein möglicher Weg, der Stand der Technik dazu steht in der BSI-Richtlinie TR-03183-2.
Gilt DEV-02, wenn wir freie Entwicklerinnen und Entwickler in unser Team holen?+
In der Regel nicht. Laut ergänzenden Informationen zu DEV-02 sind der Kauf marktüblicher Software und die Einbindung externen Personals in die eigenen Prozesse keine Auslagerung im Sinne des Kriteriums. Auslagerung liegt vor, wenn ein Dienstleister Komponenten für Ihren Dienst nach seinen eigenen Prozessen entwickelt, wie die Agentur im Beispiel.

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Quellen

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG).