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C5-Readiness

BSI C5

C5-Themengebiet COS: Netze segmentieren und Datenflüsse dokumentieren

Das Themengebiet COS regelt, wie der Cloud-Anbieter seine Netze in Sicherheitszonen trennt, Übergänge über Sicherheitsgateways kontrolliert, die Administration in eigene Netze legt und dokumentiert, welche Daten wohin fließen. Es umfasst acht Kriterien mit 20 Basis-Unterkriterien. Diese Seite zeigt an einem SaaS-Beispiel ein Zonenmodell und eine Datenflussmatrix, mit denen Sie Netzdokumentation und Regelwerk prüffähig machen.

Glasfaserkabel in einem dunklen Verteilerschrank, getrennt in Bündel geführt, ein Bündel leuchtet golden

Stand: 2026-11-01

Diese Seite behandelt das Themengebiet COS (Kommunikationssicherheit) des C5:2026, Abschnitt 5.9 des Katalogs. Wie Kriterien und Unterkriterien grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt die Seite C5-Kriterienkatalog.

Worum geht es im Themengebiet COS?

COS schützt Informationen in Netzen. Der Katalog nennt als Ziel, den Schutz von Informationen in Netzen und den entsprechenden informationsverarbeitenden Systemen sicherzustellen (Abschnitt 5.9). Die Kriterien verlangen technische Schutzmaßnahmen gegen netzbasierte Angriffe auf mehreren Ebenen (COS-01), festgelegte Sicherheitsanforderungen an Verbindungen (COS-02), Sicherheitszonen mit überwachten Übergängen (COS-03), Sicherheitsgateways an jedem Netzperimeter (COS-04), eigene Netze für die Administration (COS-05), die Trennung des Datenverkehrs der Kunden in gemeinsam genutzten Netzen (COS-06), eine aktuelle Dokumentation der Netztopologie (COS-07) und Richtlinien für die Datenübertragung (COS-08).

Das Gebiet umfasst acht Kriterien mit 20 Basis-Unterkriterien, einem verschärfenden und drei erweiternden Zusatz-Unterkriterien. Für einen SaaS-Anbieter auf einer Hyperscaler-Plattform betrifft COS vor allem die virtuellen Netze, die er selbst konfiguriert. Welche Verschlüsselungsverfahren für die Übertragung gelten, regelt das Gebiet CRY; wie die Daten der Schutzsysteme im SIEM ausgewertet werden, das Gebiet OPS.

Ausgangssituation: ein gewachsenes, flaches Netz

Fiktives Beispiel, kein Kunde. Ein Anbieter betreibt eine Telemonitoring-Plattform für Herzpatienten. Messgeräte in den Wohnungen senden Werte über kleine Mobilfunk-Gateways, die der Anbieter bereitstellt; Kliniken und kardiologische Praxen sehen die Werte in einem Webportal und erhalten Alarme. Der Dienst läuft als SaaS auf der Infrastruktur eines großen Cloud-Anbieters, in einem verwalteten Kubernetes-Cluster mit verwalteter Datenbank.

So sieht es vor dem Projekt aus:

  • Alle Dienste liegen in einem virtuellen Netz mit einem Subnetz; die Datenbank ist von jedem Pod aus erreichbar.
  • Administratoren verbinden sich per SSH direkt aus dem Büronetz, freigegeben über dessen IP-Adresse.
  • Die Regeln der Sicherheitsgruppen sind über Jahre gewachsen. Wofür einzelne offene Ports gebraucht werden, weiß niemand mehr genau.
  • Die Web Application Firewall schützt das Portal, nicht aber die Schnittstelle für die Messwerte.
  • Das Netzdiagramm im Wiki zeigt den Stand vor zwei Jahren.
  • Die Protokolle der Firewall und der Web Application Firewall liegen bei der Plattform, das SIEM des Anbieters bekommt sie nicht.

Wer ist wofür verantwortlich: Anbieter, Plattform, Kunde?

Die Grenze verläuft zwischen dem physischen Netz der Plattform und den virtuellen Netzen, die der Anbieter konfiguriert. Fünf der acht Kriterien enthalten korrespondierende Kriterien für Kunden; sie richten sich vor allem an Kunden, die selbst Teile des Dienstes verantworten, etwa virtuelle Maschinen in einer IaaS-Lösung. Unsere Einordnung für das Beispiel:

AspektAnbieterPlattform (Subdienstleister)Kunde (Klinik, Praxis)
Physisches Netz, Trennung der Mandanten der Plattformüberwacht die Plattform nach SSObetreibt und trennt; bei Carve-out außerhalb Ihrer Prüfung-
Virtuelle Netze, Subnetze, Sicherheitsgruppen, Gatewayslegt Zonen und erlaubte Verbindungen fest, konfiguriert und überprüft sie (COS-02 bis COS-04)stellt die Funktionen bereit-
Administrationszugangtrennt ihn vom Nutzungsnetz, mit Mehr-Faktor-Authentisierung (COS-05)sichert die eigene Verwaltungsebene-
Messgeräte-Gatewaysstellt sie bereit, nur bekannte Geräte dürfen sich verbinden--
Übertragung aus Kliniksystemen an den Dienstbietet geschützte Schnittstellen an-stellt nach den korrespondierenden Kriterien zu COS-08 sicher, dass die übertragenen Daten nach ihrem Schutzbedarf geschützt sind

Welche Kundenkontrollen Sie voraussetzen, gehört als korrespondierende Kundenkontrollen (CUEC) in die Systembeschreibung. Betreiben Kunden in einem SaaS-Dienst keine eigenen virtuellen Netze, können die korrespondierenden Kriterien zu COS-01, COS-03, COS-04 und COS-06 ins Leere laufen; das sollte die Systembeschreibung dann ausdrücklich sagen.

Wie sieht ein prüffähiges Zonenmodell aus?

COS-03.01B verlangt, zwischen vertrauenswürdigen und nicht vertrauenswürdigen Netzen zu unterscheiden und sie auf Grundlage einer Risikobeurteilung in Sicherheitszonen für interne und externe Bereiche und gegebenenfalls eine DMZ zu trennen. COS-04.01B verlangt Sicherheitsgateways an jedem Netzperimeter, COS-05.01B getrennte Netze für die Administration. Die Trennung darf logisch sein, etwa über VLAN, SDN oder VRF. Unser Zonenmodell für das Beispiel:

ZoneInhaltVertrauenEingehend erlaubtAusgehend erlaubt
InternetNutzer der Kliniken, Messgeräte-Gatewaysnicht vertrauenswürdig-nur zur Randzone
Randzone (DMZ)Loadbalancer, Web Application Firewall, API-Gateway für MesswerteeingeschränktHTTPS aus dem Internetnur zu festgelegten Diensten der Anwendungszone
AnwendungszonePortal, Eingangsdienst, Alarmdienstvertrauenswürdignur aus der Randzone und dem AdministrationsnetzDatenzone; Internet nur über Proxy zu freigegebenen Zielen, etwa dem SMS-Dienstleister für Alarme
DatenzoneDatenbank, Objektspeichervertrauenswürdig, höchster Schutzbedarfnur von namentlich festgelegten Diensten der Anwendungszone und aus dem AdministrationsnetzSicherungen in eine zweite Region
AdministrationsnetzBastion-Host, Zugang zu Management-Konsolen, Werkzeuge des Betriebsvertrauenswürdig, privilegiertnur über VPN mit Mehr-Faktor-AuthentisierungAnwendungs- und Datenzone für Wartung
BüronetzArbeitsplätze, WLANeingeschränkt-Internet; keine direkte Verbindung in die Produktion

Netze, über die der Anbieter Compute-Workloads erstellt, migriert oder orchestriert, trennt er nach COS-05.02B von den Netzen der Kunden. Bei einem verwalteten Kubernetes-Cluster betreibt die Plattform die Steuerungsebene; der Anbieter beschreibt, wie er den Zugriff darauf auf das Administrationsnetz beschränkt. Wie Sie eine solche Container-Plattform insgesamt prüffähig betreiben, zeigt die Seite Container und Kubernetes. Für das Büronetz legt COS-02.01B fest, dass die Sicherheitsanforderungen auch Firewalls, sichere WLAN-Konfigurationen und VPN für den Fernzugriff regeln.

Wie dokumentieren Sie Datenflüsse nach COS-07?

COS-07.01B verlangt eine nachvollziehbare und aktuelle Dokumentation, die zeigt, wie Subnetze zugewiesen sind, wie das Netz zoniert und segmentiert ist, wie es mit Netzen Dritter und öffentlichen Netzen verbunden ist und wie Daten zwischen Subnetzen und Systemkomponenten fließen. COS-02.01B verlangt festzulegen, welche Kommunikationsbeziehungen und Protokolle zugelassen sind. Beides lässt sich in einer Datenflussmatrix verbinden, die zugleich die Grundlage für das Regelwerk der Gateways ist. Ein Auszug für das Beispiel:

FlussVonNachProtokollDatenSchutzOwner
F1Messgeräte-Gateway (Internet)API-Gateway (Randzone)HTTPSMesswerte, GerätekennungTLS mit Gerätezertifikat, nur registrierte GeräteLeitung Entwicklung
F2Browser der Kliniken (Internet)Web Application Firewall (Randzone)HTTPSGesundheitsdaten, AnmeldedatenTLS, Web Application FirewallLeitung Betrieb
F3RandzonePortal und Eingangsdienst (Anwendungszone)HTTPSwie F1 und F2nur festgelegte Ziele und PortsLeitung Betrieb
F4Portal und EingangsdienstDatenbank (Datenzone)Datenbankprotokoll mit TLSGesundheitsdatenNetzregel nur für diese beiden DiensteLeitung Betrieb
F5AdministrationsnetzAnwendungs- und DatenzoneSSH, DatenbankverwaltungBetriebsdaten, bei Bedarf GesundheitsdatenVPN mit Mehr-Faktor-Authentisierung, protokolliertLeitung Betrieb
F6AlarmdienstSMS-Dienstleister (Internet)HTTPS über ProxyAlarmtext ohne DiagnoseFreigabeliste der ZieleLeitung Entwicklung
F7Firewall, Web Application Firewall, API-GatewaySIEMProtokollexportEreignisse der Schutzsystemeüber die Plattform, integritätsgeschütztInformationssicherheitsbeauftragte (ISB)

Zur Dokumentation gehört nach COS-07.02B außerdem, in welchen Partitionen, Regionen, Zonen oder an welchem Standort die Kundendaten gespeichert werden, und nach COS-07.03B eine Darstellung der Systeme, die aus Netztopologie und Asset-Inventar abgeleitet ist. Jede Zeile der Matrix sollte einer Regel im Gateway entsprechen und umgekehrt; das macht die Überprüfung nach COS-03 erst handhabbar.

Beispiel-Kontrollbeschreibung zu COS-03

COS-03.03B verlangt, mindestens jährlich und bei wesentlichen Änderungen am Dienst Entwurf und Umsetzung der Verbindungen gegen die Sicherheitsanforderungen zu prüfen, COS-03.05B, in festgelegten Abständen die geschäftliche Begründung für alle Dienste, Protokolle und Ports zu überprüfen, einschließlich kompensierender Maßnahmen für als unsicher geltende Protokolle. Unsere Beispiel-Kontrolle für den Anbieter oben (eigene Formulierung, kein Katalogtext):

FeldBeispiel
Kontroll-IDK-COS-03-01 Überprüfung von Netzregeln und Netzdokumentation
ZugeordnetCOS-03.03B, COS-03.04B, COS-03.05B, COS-07.04B
ZielJede zugelassene Verbindung hat einen Eintrag in der Datenflussmatrix mit Begründung und Owner; Regeln ohne Eintrag gibt es nicht; die Netzdokumentation entspricht der Konfiguration.
VerantwortlichLeitung Betrieb (Durchführung); Owner der Datenflüsse (Begründung); Kontrolle durch die ISB
Auslöser und Frequenzhalbjährlich für die Begründung aller Ports und Protokolle; jährlich für die Gesamtprüfung von Entwurf, Umsetzung und Dokumentation; zusätzlich bei jeder Änderung, die Zonen oder Gateways betrifft
DurchführungEin Skript exportiert die Regeln aller Sicherheitsgruppen, Gateways und Netzrichtlinien des Clusters und gleicht sie mit der Datenflussmatrix ab. Regeln ohne Eintrag und Einträge ohne Regel gehen als Ticket an den Owner. Die Owner bestätigen oder begründen jede Zeile neu. Bei der Jahresprüfung vergleicht der Betrieb zusätzlich das Netzdiagramm mit der Konfiguration und aktualisiert es.
KontrolleDie ISB sieht das Ergebnis des Abgleichs und prüft stichprobenartig, ob begründete Regeln wirklich gebraucht werden.
EskalationAbweichungen und Schwachstellen werden nach dem Risikoprozess bewertet und als Maßnahme verfolgt (COS-03.04B); eine Regel ohne Begründung wird nach 14 Tagen entfernt.
NachweisRegelexporte mit Datum, Abgleichberichte, Tickets mit Begründungen, aktualisierte Netzdokumentation mit Prüfvermerk

Die halbjährliche Frequenz für Ports und Protokolle ist unsere Empfehlung; der Katalog verlangt „festgelegte Abstände“, die Sie in Ihrer Richtlinie bestimmen. Bei einem Typ-2-Bericht prüft der Prüfer, ob jeder festgelegte Durchlauf im Zeitraum stattgefunden hat.

Schaubild „Zonenmodell und Datenflüsse in C5 COS“. Vier Zonen nebeneinander, getrennt durch Sicherheitsgateways (COS-04): Internet mit Nutzern der Kliniken und Messgeräte-Gateways, Randzone (DMZ) mit Loadbalancer, Web Application Firewall und API-Gateway, Anwendungszone mit Portal, Eingangsdienst und Alarmdienst, Datenzone mit Datenbank und Objektspeicher. Datenflüsse: F1 Messwerte und F2 Portal aus dem Internet in die Randzone, F3 von der Randzone zur Anwendung, F4 von der Anwendung zur Datenbank, F6 Alarm an den SMS-Dienstleister nur über Proxy. Darunter das Administrationsnetz mit Bastion-Host und Zugang nur über VPN mit Mehr-Faktor-Authentisierung (COS-05), von dort F5 Wartung, protokolliert. F7: Ereignisse von Firewall, Web Application Firewall und API-Gateway in das SIEM (COS-01.03B). Hervorgehoben die Beispiel-Kontrolle: jede zugelassene Verbindung hat eine Zeile in der Datenflussmatrix, Netzregeln und Netzdokumentation werden mindestens jährlich überprüft (COS-03.03B, COS-07.04B).
Grafik antippen, um sie in voller Größe zu öffnen.Zonenmodell und Datenflüsse im Themengebiet COS. Quelle: BSI, Kriterienkatalog Cloud Computing C5:2026, Version 1.1.0, Abschnitt 5.9; eigene Darstellung.

Welche Nachweise der Prüfer sehen will

Für COS entstehen Nachweise aus Konfigurationsexporten, Netzdokumentation und Überprüfungsprotokollen. Beispiele aus unserem Szenario:

NachweisKriteriumHerkunftVerantwortlichZeitbezug
Beschreibung der technischen Schutzmaßnahmen gegen netzbasierte Angriffe, Weiterleitung ihrer Daten an das SIEMCOS-01.01B bis 03BRichtlinie, Konfiguration, SIEMLeitung BetriebStand im Zeitraum, Stichprobe von Ereignissen
Sicherheitsanforderungen an Verbindungen mit ZonenmodellCOS-02.01BRichtlinieISBim Zeitraum gültige Fassung
Datenflussmatrix, Regelexporte, Abgleichberichte, BegründungenCOS-03.02B bis 05B, COS-04.01BKonfiguration, TicketsLeitung Betrieb, Ownerjeder Durchlauf im Zeitraum
Konfiguration des Administrationszugangs mit Mehr-Faktor-AuthentisierungCOS-05.01B, COS-05.02BVPN, Identitätsdienst, NetzkonfigurationLeitung BetriebStand zu Beginn und Ende des Zeitraums, Änderungen dazwischen
Netzdokumentation mit Subnetzen, Zonen, Anbindungen, Datenflüssen und SpeicherortenCOS-07.01B bis 03BDokumentationLeitung Betriebim Zeitraum gültige Fassung
Prüfvermerk der jährlichen Überprüfung der NetzdokumentationCOS-07.04BDokumentation, TicketsLeitung Betriebjährliche Überprüfung im Zeitraum
Richtlinie für die Datenübertragung mit Bezug zu Klassifizierung und Kryptographie, Überprüfung der SchutzmaßnahmenCOS-08.01B, COS-08.02BRichtlinie, ProtokolleISBFassung und Überprüfung im Zeitraum

Ein Nachweisregister ordnet jedem Unterkriterium seinen Nachweis zu; wie Sie es führen, zeigt die Seite Nachweise und Dokumentation.

Mögliche Lücken: Ursache, Wirkung, Abhilfe

Die folgenden Lücken ergeben sich aus dem Wortlaut der Kriterien und dem Szenario oben. Ist ein einziges Unterkriterium nicht erfüllt, gilt das Kriterium als nicht erfüllt, und der Prüfer berichtet die Abweichung (Abschnitte 3.4.12 und 3.4.13).

Mögliche LückeUrsacheWirkungAbhilfe
Flaches NetzAlles in einem Subnetz, Datenbank für jeden Dienst erreichbar.COS-03.01B verlangt Sicherheitszonen auf Basis einer Risikobeurteilung, COS-04.01B Sicherheitsgateways an jedem Perimeter.Zonenmodell wie oben, Netzrichtlinien im Cluster, Datenbank nur für festgelegte Dienste.
Administration aus dem BüronetzSSH-Freigabe für die Büro-IP.COS-05.01B verlangt getrennte Netze für die Administration, geschützt durch Mehr-Faktor-Authentisierung.Administrationsnetz mit VPN und Mehr-Faktor-Authentisierung, Bastion-Host, Freigabe für das Büro entfernen.
Regeln ohne BegründungGewachsene Sicherheitsgruppen.COS-03.05B verlangt die regelmäßige Überprüfung der geschäftlichen Begründung aller Dienste, Protokolle und Ports.Datenflussmatrix als Sollzustand, Abgleich wie in K-COS-03-01.
Netzdokumentation veraltetDiagramm nicht an Änderungen gekoppelt.COS-07.01B verlangt eine aktuelle Dokumentation mit Datenflüssen, COS-07.04B die Überprüfung mindestens einmal im Jahr.Diagramm aus der Konfiguration erzeugen oder bei jeder Netzänderung pflegen, jährlicher Prüfvermerk.
Schutzsysteme ohne SIEM-AnbindungProtokolle bleiben bei der Plattform.COS-01.03B verlangt, die Daten der technischen Schutzmaßnahmen in das SIEM einzuspeisen, damit korrelierte Ereignisse Gegenmaßnahmen auslösen.Export der Protokolle von Firewall, Web Application Firewall und API-Gateway in das SIEM, Alarmregeln.

Alle Kriterien des Themengebiets COS

Titel nach der deutschen Fassung 1.1.0, Zählung der Unterkriterien nach Abschnitt 5 (B = Basis, AS = verschärfend, AC = erweiternd). Die Spalte „Worum es geht“ ist unsere eigene Kurzbeschreibung, kein Katalogtext; verbindlich ist der Wortlaut der Kriterien im Katalog.

IDTitel (Katalog)B/AS/ACWorum es geht
COS-01Technische Schutzmaßnahmen3/0/1Erkennen und Abwehren netzbasierter Angriffe auf mehreren Ebenen, mit Weiterleitung der Daten an das SIEM.
COS-02Sicherheitsanforderungen an Verbindungen im Netz des Cloud-Anbieters1/0/0Festgelegte Regeln: wann Zonen und Kunden getrennt werden, welche Verbindungen und Protokolle zulässig sind, wie Administration und Büronetze abgesichert sind.
COS-03Überwachung von Verbindungen im Netz des Cloud-Anbieters5/0/0Sicherheitszonen, eingeschränkte und überwachte Übergänge, jährliche Überprüfung der Konfiguration und der Begründung aller Ports.
COS-04Netzübergreifender Zugriff2/1/0Sicherheitsgateways an jedem Netzperimeter und Autorisierung netzübergreifender Zugriffe.
COS-05Netze für die Administration2/0/1Eigene, mit Mehr-Faktor-Authentisierung geschützte Netze für Administration und Orchestrierung, getrennt von den Netzen der Kunden.
COS-06Trennung des Datenverkehrs in gemeinsam genutzten Netzumgebungen1/0/1Trennung des Datenverkehrs der Kunden auf Netzebene nach einem dokumentierten Rahmenwerk.
COS-07Dokumentation der Netztopologie4/0/0Aktuelle Dokumentation von Subnetzen, Zonen, Anbindungen, Datenflüssen und Speicherorten, jährlich überprüft.
COS-08Richtlinien für die Datenübertragung2/0/0Richtlinien und Schutzmaßnahmen für die Übertragung aller Datenarten, mit Bezug zu Klassifizierung und Kryptographie.

Die Zusatzkriterien: COS-01.01AC (keine unbekannten Geräte im Netz), COS-04.01AS (redundante, hochverfügbare Sicherheitsgateways), COS-05.01AC (Verschlüsselung des Administrationsverkehrs bei nicht physischer Trennung) und COS-06.01AC (für IaaS und PaaS physische Trennung oder Verschlüsselung in Kombination mit logischer Trennung). Ob COS-06 für einen SaaS-Dienst greift, hängt davon ab, ob Kunden eine Netzumgebung gemeinsam nutzen; die Trennung gespeicherter und verarbeiteter Daten ist nach den ergänzenden Informationen Gegenstand von OPS-30 und OPS-31 (Mandantentrennung).

Bezug zu ISO/IEC 27001:2022 Anhang A

Die folgende Zuordnung ist unsere eigene, nicht amtliche Einordnung nach Thema. Das BSI hat für C5:2026 noch keine Kreuzreferenz veröffentlicht, und auch eine amtliche Tabelle zeigt nach dem Katalog nur thematische Nähe, keine Erfüllung (Abschnitt 3.3). Die Kurzbezeichnungen sind unsere, keine Titel aus der Norm. Was Sie aus einem zertifizierten ISMS insgesamt wiederverwenden können, steht auf der Seite C5 und ISO 27001.

C5:2026ISO/IEC 27001:2022 Anhang AThema (Kurzbezeichnung)Was C5 zusätzlich konkret verlangt (unsere Einschätzung)
COS-01A.8.20, A.8.16Netzsicherheit und ÜberwachungSchutz auf mehreren Ebenen gegen genannte Angriffsarten, Daten in das SIEM
COS-02A.8.20, A.8.21Anforderungen an NetzverbindungenRegeln für Trennung der Kunden, partitionsübergreifende Kommunikation und Büronetze
COS-03, COS-04A.8.20, A.8.22Zonen und Übergängejährliche Überprüfung, Begründung aller Ports und Protokolle, Gateways an jedem Perimeter
COS-05A.8.22Trennung der Administrationeigene Netze mit Mehr-Faktor-Authentisierung, Trennung der Orchestrierungsnetze
COS-06A.8.22Trennung in gemeinsam genutzten Netzendokumentiertes Rahmenwerk für die Trennung auf Netzebene
COS-07kein direktes Gegenstück; Nähe zu A.8.20NetzdokumentationDatenflüsse, Speicherorte, jährliche Überprüfung
COS-08A.5.14InformationsübertragungBezug zu Klassifizierung und Kryptographie, Überprüfung bei wesentlichen Änderungen

Häufige Fragen

Brauche ich als SaaS-Anbieter ein eigenes Administrationsnetz?+
COS-05.01B verlangt separate Netze für die administrative Verwaltung der Infrastruktur und für Management-Konsolen, logisch oder physisch vom Netz der Kunden getrennt und durch Mehr-Faktor-Authentisierung geschützt. Logische Trennung genügt, etwa über VLAN, SDN oder VRF. Auf einer Hyperscaler-Plattform heißt das nach unserer Einschätzung: ein eigener Zugangsweg für die Administration mit Mehr-Faktor-Authentisierung, getrennt von dem Weg, über den Kunden den Dienst nutzen.
Was muss in die Netzdokumentation?+
Nach COS-07.01B, wie Subnetze zugewiesen sind, wie das Netz zoniert und segmentiert ist, wie es mit Netzen Dritter und öffentlichen Netzen verbunden ist und wie Daten zwischen Subnetzen und Systemkomponenten fließen. Dazu kommen die Speicherorte der Kundendaten (COS-07.02B) und eine Darstellung der Systeme auf Basis von Netztopologie und Asset-Inventar (COS-07.03B).
Wie oft müssen Firewall-Regeln überprüft werden?+
Entwurf und Umsetzung der Verbindungen mindestens jährlich und bei wesentlichen Änderungen am Dienst (COS-03.03B). Die geschäftliche Begründung aller Dienste, Protokolle und Ports in festgelegten Abständen, die Sie selbst bestimmen (COS-03.05B). Die Netzdokumentation mindestens einmal pro Jahr (COS-07.04B).
Schreibt der Katalog eine bestimmte Architektur für Sicherheitsgateways vor?+
Nein. Die ergänzenden Informationen zu COS-04 beschreiben ein Sicherheitsgateway als Stack verketteter Filter- und Firewall-Komponenten, die die Kommunikation auf ausdrücklich erlaubten Verkehr beschränken. Eine Struktur aus äußerem Paketfilter, Gateway auf Anwendungsebene und innerem Paketfilter nennen sie als Beispiel, ausdrücklich nicht verpflichtend. Redundante und hochverfügbare Gateways verlangt erst das verschärfende COS-04.01AS.
Was müssen Kunden im Gebiet COS selbst tun?+
Die korrespondierenden Kriterien zu COS-01, COS-03, COS-04 und COS-06 betreffen Teile des Dienstes, die Kunden selbst verantworten, etwa eigene virtuelle Netze. Zu COS-08 stellen Kunden sicher, dass die Daten, die sie an den Dienst übertragen, nach ihrem Schutzbedarf geschützt sind. Welche dieser Pflichten für Ihren Dienst gelten, beschreiben Sie in der Systembeschreibung.

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Quellen

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG).