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Mandantentrennung im C5:2026: OPS-30, OPS-31 und COS-06 nachweisbar umsetzen

C5:2026 behandelt die Mandantentrennung ausführlicher als C5:2020: OPS-30 verlangt eine Richtlinie entlang eines dokumentierten Cloud-Schichtenmodells, OPS-31 die Umsetzung auf allen gemeinsam genutzten Ressourcen, COS-06 die Trennung des Datenverkehrs. Eine Aussage wie „jeder Mandant hat eine eigene ID“ deckt diese Anforderungen nicht ab. Diese Seite zeigt an einem SaaS-Beispiel, wie Sie die Trennung je Schicht beschreiben, testen und über den Prüfungszeitraum belegen.

Reihe gleichartiger Spinde in einem dunklen Gang, ein Spind golden beleuchtet

Stand: 2026-11-01

Diese Seite behandelt die Trennung der Kundendaten als Schwerpunkt des C5:2026. Das Themengebiet OPS als Ganzes behandelt die Seite Themengebiet OPS; welche neuen Schwerpunkte der Katalog insgesamt setzt, steht auf der Seite C5:2026.

Worum geht es bei der Mandantentrennung im C5:2026?

Der Katalog nennt die „detailliertere Berücksichtigung von Mandantenfähigkeit“ als eine der wesentlichen Änderungen (Abschnitt 1.1). In den Kriterien heißt das Thema „Trennung von Datensätzen“; gemeint ist die Trennung der Kundendaten zwischen verschiedenen Kunden und zwischen Kunden und Anbieter. Drei Kriterien bilden den Kern:

  • OPS-30 Richtlinien und Verfahren (neu): Auf Basis einer Risikobeurteilung nach OIS-07 legt der Anbieter Richtlinien fest, die sich auf ein dokumentiertes Cloud-Schichtenmodell stützen. Sie zeigen, welche Schichten der Dienst nutzt, welche Trennungsmaßnahmen je Schicht greifen, eingeteilt nach Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit und nach präventiv, detektiv und reaktiv, wie die Maßnahmen überwacht werden und was bei Abweichungen geschieht (OPS-30.01B).
  • OPS-31 Implementierung: Der Anbieter setzt Maßnahmen gegen Bedrohungen der Trennung um, Kundendaten auf gemeinsam genutzten virtuellen und physischen Ressourcen sind „sicher und strikt getrennt“, und die Risikobeurteilung wird bei Bedarf, besonders bei Architekturänderungen, mindestens aber jährlich überprüft (OPS-31.01B bis 03B). Nach der Änderungshistorie ist OPS-31 der Nachfolger von OPS-24 aus C5:2020.
  • COS-06 Trennung des Datenverkehrs: Der Datenverkehr der Kunden in gemeinsam genutzten Netzumgebungen ist auf Netzebene nach einem dokumentierten Rahmenwerk getrennt (COS-06.01B). Bei IaaS und PaaS verlangt das erweiternde COS-06.01AC physisch getrennte Netze oder Verschlüsselung nach dem Stand der Technik zusammen mit logischer Trennung. Die übrige Netzsicherheit behandelt das Themengebiet COS.

Dazu kommen Unterkriterien in anderen Gebieten: IAM-07.01B verlangt Trennungsmechanismen, die Kunden voneinander und den Dienst von den übrigen Systemen des Anbieters trennen, IAM-07.02B, dass ein Vorfall an den datenhaltenden Komponenten nicht auf die Komponenten übergreift, die den Zugriff verwalten. OPS-15.01B verlangt Protokolle, die Zugriffe eindeutig auf Mandantenebene zuordnen. COS-05.02B trennt die Orchestrierungsnetze von den Kundennetzen, OPS-34.02B Nr. 4 die Kundendaten in Containern.

Als Beispiel für ein Schichtenmodell nennt der Katalog die CISA Cloud Security Technical Reference Architecture; der Anbieter darf aber eine eigene Kategorisierung verwenden (ergänzende Informationen zu OPS-30). Nicht jede Kombination aus Schutzziel und Maßnahmenart muss für jede Schicht belegt sein; wo das nicht sinnvoll ist, halten Sie es nachvollziehbar in der Richtlinie fest.

Ausgangssituation: ein Dokumentenmanagement für Behörden

Fiktives Beispiel, kein Kunde. Ein Anbieter betreibt ein Dokumentenmanagement als SaaS für Kommunalverwaltungen. Alle Kommunen nutzen dieselbe Anwendung auf der Infrastruktur eines großen Cloud-Anbieters: einen gemeinsamen Kubernetes-Cluster, eine gemeinsame Datenbank mit einer Spalte für die Mandanten-ID, einen gemeinsamen Objektspeicher mit einem Verzeichnis je Mandant und einen gemeinsamen Suchindex. Die Volltextsuche und eine Vorschau-Funktion laufen als eigene Dienste.

So sieht es vor dem Projekt aus:

  • Die Mandanten-ID setzt jeder Entwickler in seinen Abfragen selbst; eine zentrale Durchsetzung gibt es nicht.
  • Der Suchindex enthält Dokumente aller Mandanten; gefiltert wird erst bei der Ausgabe.
  • Für alle Mandanten gilt ein gemeinsamer Datenschlüssel in der Schlüsselverwaltung der Plattform.
  • Der jährliche Penetrationstest prüft die Anwendung von außen, aber nicht, ob ein Nutzer einer Kommune Daten einer anderen sehen kann.
  • Die Protokolle der Vorschau-Funktion enthalten keine Mandanten-ID.

Die Trennung funktioniert vermutlich. Belegen lässt sie sich so nicht: Es fehlen Schichtenmodell, Risikobeurteilung und Tests, die eine Verletzung der Trennung erkennen würden.

Wer ist wofür verantwortlich: Anbieter, Plattform, Kunde?

Bei einem SaaS liegt die Trennung oberhalb der Infrastruktur beim Anbieter. Die Plattform trennt ihre Kunden voneinander, also den Anbieter von anderen Plattformkunden, nicht die Mandanten des Anbieters untereinander. Für OPS-31 und COS-06 nennt der Katalog korrespondierende Kriterien für Kunden. Unsere Einordnung für das Beispiel:

AspektAnbieterPlattform (Subdienstleister)Kunde (Kommune)
Schichtenmodell, Risikobeurteilung, Richtlinieerstellt und überprüft sie mindestens jährlich (OPS-30, OPS-31.03B)--
Trennung in Anwendung, Datenbank, Suchindex, Objektspeichersetzt sie um und testet sie (OPS-31.01B, OPS-31.02B)--
Trennung auf Hardware, Hypervisor, physischem Netzbewertet die Berichte der Plattformtrennt ihre eigenen Kunden voneinander-
Netztrennung im Cluster und zur Administrationtrennt Datenverkehr nach dokumentiertem Rahmenwerk (COS-06.01B, COS-05.02B)stellt Netzfunktionen bereitgestaltet eigene virtuelle Netze, soweit in seiner Verantwortung (korrespondierende Kriterien zu COS-06)
Nutzung der Trennungsfunktionenstellt etwa getrennte Bereiche für Ämter innerhalb einer Kommune bereit-nutzt sie entsprechend dem Schutzbedarf seiner Daten (korrespondierende Kriterien zu OPS-31)

Welche dieser Kundenkontrollen Sie voraussetzen, gehört als korrespondierende Kundenkontrollen (CUEC) in die Systembeschreibung. Wie Sie die Pflichten der Kunden handhabbar machen, zeigt die Seite Korrespondierende Kriterien.

Arbeitsprodukt: Trennungsmatrix je Cloud-Schicht

OPS-30.01B verlangt Maßnahmen je Schicht, eingeteilt nach Schutzziel und Maßnahmenart. Am einfachsten wird daraus eine Matrix, die gleichzeitig Richtlinie und Prüfgrundlage ist. Ein Ausschnitt für das Beispiel (eigene Kategorisierung der Schichten, eigene Maßnahmen):

SchichtPräventivDetektivReaktiv
Identität und ZugriffMandant ist fester Teil jedes Tokens; Rollen gelten nur innerhalb eines Mandanten (V, I)Alarm bei Token mit Mandantenwechsel in einer Sitzung (V)Sitzung beenden, Konto sperren, Vorfallprozess
Daten (Datenbank)Mandanten-ID über Zeilensicherheit der Datenbank erzwungen, nicht im Anwendungscode (V, I)automatische Trennungstests in der Pipeline und täglich gegen die Produktion (V, I)Auslieferung stoppen, betroffene Datensätze ermitteln, Kunden informieren
Daten (Suchindex)ein Index je Mandant oder Filter vor der Suche (V)Testsuchen mit Kennwörtern fremder Testmandanten (V)Index neu aufbauen
SpeicherSchlüssel je Mandant für Objektspeicher und Backups (V); Zugriff nur über Dienstkonten mit MandantenbezugAuswertung der Zugriffsprotokolle auf Zugriffe außerhalb des eigenen Verzeichnisses (V)Schlüssel des betroffenen Mandanten rotieren
Laufzeit und Containergemeinsame Pods ohne mandantenbezogenen Zustand; Ressourcengrenzen je Dienst (V)Überwachung der Last je Mandant (A)Drosselung einzelner Mandanten nach SLA
NetzNetzrichtlinien zwischen Namespaces, getrennte Netze für Administration (V, I)Alarm bei unerwarteten Datenflüssen (V)Verbindung trennen, Regel korrigieren

V, I, A stehen für Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit (A nach dem englischen „availability“; im Assetregister des Themengebiets AM steht A dagegen für Authentizität). Die Grafik unter diesem Absatz zeigt dieselbe Matrix als Übersicht zum Ausdrucken; die Tabelle enthält einige Einzelheiten mehr. Die Matrix ersetzt nicht die Risikobeurteilung nach OIS-07; sie zeigt, welche Maßnahme welches Risiko adressiert. Kryptografische Trennung muss nach den ergänzenden Informationen zu OPS-31 nicht auf jeder Ressource bestehen, wenn die Risikobeurteilung sie dort nicht verlangt.

Schaubild „Trennungsmatrix nach OPS-30: Ausschnitt für das Beispiel“ (Dokumentenmanagement als SaaS für Kommunen, eigene Kategorisierung der Schichten, eigene Maßnahmen). Spalten präventiv, detektiv, reaktiv. Identität und Zugriff: Mandant fester Teil jedes Tokens, Rollen nur innerhalb eines Mandanten (V, I); Alarm bei Mandantenwechsel in einer Sitzung (V); Sitzung beenden, Konto sperren, Vorfallprozess. Daten, Datenbank, gold hervorgehoben: Mandanten-ID über Zeilensicherheit der Datenbank erzwungen (V, I); automatische Trennungstests in der Pipeline und täglich gegen die Produktion (V, I); Auslieferung stoppen, betroffene Datensätze ermitteln, Kunden informieren. Daten, Suchindex, gold hervorgehoben: ein Index je Mandant oder Filter vor der Suche (V); Testsuchen mit Kennwörtern fremder Testmandanten (V); Index neu aufbauen. Speicher: Schlüssel je Mandant für Objektspeicher und Backups (V); Zugriffe außerhalb des eigenen Verzeichnisses in den Protokollen suchen (V); Schlüssel des betroffenen Mandanten rotieren. Laufzeit und Container: gemeinsame Pods ohne mandantenbezogenen Zustand, Ressourcengrenzen je Dienst (V); Last je Mandant überwachen (A); einzelne Mandanten nach SLA drosseln. Netz: Netzrichtlinien zwischen Namespaces, getrennte Netze für Administration (V, I); Alarm bei unerwarteten Datenflüssen (V); Verbindung trennen, Regel korrigieren. Legende: V Vertraulichkeit, I Integrität, A Verfügbarkeit. Hinweis: eigene Kategorisierung erlaubt, als Beispiel nennt der Katalog die CISA Cloud Security Technical Reference Architecture; nicht jede Kombination muss für jede Schicht belegt sein, wo das nicht sinnvoll ist, nachvollziehbar in der Richtlinie festhalten.
Grafik antippen, um sie in voller Größe zu öffnen.Trennungsmatrix je Cloud-Schicht nach OPS-30.01B. Quelle: BSI, Kriterienkatalog Cloud Computing C5:2026, Version 1.1.0, OPS-30 und OPS-31 mit ergänzenden Informationen; Matrix eigen.

Beispiel-Kontrollbeschreibung zu OPS-31

Eine Trennung, die nur behauptet ist, lässt sich nicht prüfen. Die folgende Kontrolle macht sie messbar (eigene Formulierung, kein Katalogtext):

FeldBeispiel
Kontroll-IDK-OPS-31-01 Trennungstests zwischen Mandanten
ZugeordnetOPS-31.01B, OPS-31.02B; OPS-30.01B Nr. 3 und 4 (Überwachung, Reaktion)
ZielEin Nutzer oder Dienst eines Mandanten kann weder lesend noch schreibend auf Daten eines anderen Mandanten zugreifen; eine Verletzung wird erkannt, bevor ein Release ausgeliefert wird, und in der Produktion binnen eines Tages.
VerantwortlichLeitung Entwicklung (Durchführung); Kontrolle durch die Informationssicherheitsbeauftragte (ISB)
Auslöser und Frequenzjeder Build; täglicher Lauf gegen die Produktion mit zwei festen Testmandanten; jährlicher Penetrationstest mit dem Schwerpunkt mandantenübergreifender Zugriff, zusätzlich nach Architekturänderungen
DurchführungEine Testsuite versucht für jede Schnittstelle und jede Suchfunktion, mit Kennungen von Testmandant A Daten von Testmandant B zu lesen, zu ändern oder zu löschen. Neue Schnittstellen werden ohne Testfall nicht freigegeben. Ein externer Prüfdienstleister testet jährlich gezielt die Trennung.
KontrolleDie ISB prüft monatlich, dass die Suite für alle Schnittstellen läuft (Abgleich mit dem Schnittstellenverzeichnis), und wertet den Bericht des Penetrationstests aus.
EskalationEin fehlgeschlagener Test im Build stoppt die Auslieferung. Ein Fund in der Produktion wird als Sicherheitsvorfall behandelt; betroffene Kunden werden informiert.
NachweisPipeline-Protokolle, Protokolle der täglichen Läufe, Abgleich Schnittstellenverzeichnis zu Testfällen, Bericht des Penetrationstests mit Maßnahmen

Der Penetrationstest hat hier einen eigenen Zweck: Lässt sich die Wirksamkeit der Trennung wegen einer komplexen Umsetzung nicht mit hinreichender Sicherheit beurteilen, kann der Nachweis nach den ergänzenden Informationen zu OPS-31 auch durch Expertenprüfungen Dritter erbracht werden, etwa Penetrationstests. Für die Netztrennung nennen die ergänzenden Informationen zu COS-06 dasselbe.

Welche Nachweise der Prüfer sehen will

Der Prüfer braucht für die Mandantentrennung zweierlei: die Begründung, warum die Maßnahmen ausreichen, und Belege, dass sie im Zeitraum wirkten. Beispiele aus dem Szenario:

NachweisKriteriumHerkunftVerantwortlichZeitbezug
Richtlinie mit Schichtenmodell und TrennungsmatrixOPS-30.01BDokumentenablage des ISMSISBim Zeitraum gültige Fassung
Risikobeurteilung zur Trennung mit Datum der letzten ÜberprüfungOPS-30.01B, OPS-31.03BRisikoregisterISBmindestens eine Überprüfung im Zeitraum, dazu bei Architekturänderungen
Ergebnisse der TrennungstestsOPS-31.01B, OPS-31.02BPipeline, TestprotokolleLeitung Entwicklungfortlaufend, Stichprobe
Bericht des Penetrationstests zur MandantentrennungOPS-31.02B (Ergänzende Information), OPS-22PrüfdienstleisterISBletzter Test vor oder im Zeitraum
Rahmenwerk der Netztrennung mit Export der NetzrichtlinienCOS-06.01B, COS-05.02BNetzdokumentation, ClusterBetriebStand zu Beginn und Ende des Zeitraums
Protokolle mit Mandanten-IDOPS-15.01BProtokollsystemBetriebStichprobe aus dem Zeitraum
Bericht der Plattform zu deren MandantentrennungOPS-31.02B, SSOTestat oder Bericht der PlattformISBBerichtszeitraum mit Überdeckung des eigenen

Den Bericht der Plattform werten Sie über das Subdienstleistermanagement aus (siehe Subdienstleisterinventar). Wie Sie Nachweise den Unterkriterien zuordnen, zeigt die Seite Nachweise und Dokumentation.

Mögliche Lücken: Ursache, Wirkung, Abhilfe

Die folgenden Lücken folgen aus dem Wortlaut der Kriterien und dem Szenario. Ist ein Unterkriterium nicht erfüllt, gilt das Kriterium als nicht erfüllt, und der Prüfer berichtet die Abweichung (Abschnitte 3.4.12 und 3.4.13).

Mögliche LückeUrsacheWirkungAbhilfe
Kein SchichtenmodellDie Trennung ist als „Mandanten-ID in jeder Tabelle“ beschrieben.OPS-30.01B verlangt Richtlinien auf Grundlage eines dokumentierten Cloud-Schichtenmodells mit Maßnahmen je Schicht.Schichten des Dienstes festlegen und die Trennungsmatrix wie oben ausfüllen, Lücken in der Matrix begründen.
Trennung hängt am einzelnen EntwicklerJede Abfrage setzt die Mandanten-ID selbst.OPS-31.02B verlangt eine sichere und strikte Trennung nach dokumentiertem Ansatz; ein vergessener Filter genügt für einen Datenabfluss.Durchsetzung zentral in Datenbank oder Datenzugriffsschicht, Trennungstests in der Pipeline.
Gemeinsamer Suchindex ohne PrüfungDer Index enthält alle Mandanten, gefiltert wird bei der Ausgabe.Der Index ist eine gemeinsam genutzte Ressource im Sinne von OPS-31.02B; ohne Risikobeurteilung und Test ist die Trennung dort nicht belegt.Index je Mandant oder Filter vor der Suche, als eigene Zeile in Matrix und Testsuite.
Risikobeurteilung veraltetDie Beurteilung stammt aus der Zeit vor Suchdienst und Vorschau.OPS-31.03B verlangt die Überprüfung bei Architekturänderungen, mindestens jährlich.Überprüfung an das Änderungsmanagement koppeln: jede neue Komponente mit Kundendaten löst eine Neubewertung aus.
Protokolle ohne MandantenbezugDie Vorschau-Funktion protokolliert nur technische Kennungen.OPS-15.01B verlangt eine eindeutige Zuordnung auf Mandantenebene; eine Verletzung der Trennung ließe sich nicht aufklären.Mandanten-ID in alle Protokolle von Diensten mit Kundendaten aufnehmen.

Welche Lücken zuerst zu schließen sind, ist eine Frage der Maßnahmenplanung.

Kriterien zur Mandantentrennung

Titel nach der deutschen Fassung 1.1.0, Zählung der Unterkriterien nach Abschnitt 5 (B = Basis, AS = verschärfend, AC = erweiternd). Die Auswahl außerhalb von OPS-30, OPS-31 und COS-06 ist unsere Einordnung. Die Spalte „Worum es geht“ ist unsere eigene Kurzbeschreibung, kein Katalogtext; verbindlich ist der Wortlaut der Kriterien im Katalog.

IDTitel (Katalog)B/AS/ACWorum es geht
OPS-30Trennung von Datensätzen - Richtlinien und Verfahren1/0/0Richtlinie zur Trennung auf Basis von Risikobeurteilung und Schichtenmodell, mit Maßnahmen je Schicht.
OPS-31Trennung von Datensätzen - Implementierung3/0/0Umsetzung auf allen gemeinsam genutzten Ressourcen, Überprüfung der Risikobeurteilung mindestens jährlich.
COS-06Trennung des Datenverkehrs in gemeinsam genutzten Netzumgebungen1/0/1Netztrennung nach dokumentiertem Rahmenwerk, als Zusatz für IaaS und PaaS physisch oder verschlüsselt.
IAM-07Zugriff auf Cloud-Kundendaten6/3/4Trennungsmechanismen zwischen Kunden und zum übrigen Anbieter, Transparenz bei Zugriffen des Anbieters.
OPS-15Protokollierung und Überwachung - Zurechenbarkeit3/0/2Zugriffe je Mandant eindeutig zuordnen.
COS-05Netze für die Administration2/0/1Administrations- und Orchestrierungsnetze getrennt von den Netzen der Kunden.

Den Zugriff des eigenen Personals auf Kundendaten nach IAM-07.03B ff. behandelt die Seite Themengebiet IAM.

Bezug zu ISO/IEC 27001:2022 Anhang A

Die folgende Zuordnung ist unsere eigene, nicht amtliche Einordnung nach Thema. Das BSI hat für C5:2026 noch keine Kreuzreferenz veröffentlicht, und auch eine amtliche Tabelle zeigt nach dem Katalog nur thematische Nähe, keine Erfüllung (Abschnitt 3.3).

C5:2026ISO/IEC 27001:2022 Anhang AThema (Kurzbezeichnung)Was C5 zusätzlich konkret verlangt (unsere Einschätzung)
OPS-30, OPS-31A.8.3, A.5.23Zugriffsbeschränkung, Cloud-DiensteSchichtenmodell, Matrix nach Schutzziel und Maßnahmenart, jährliche Überprüfung der Risikobeurteilung
COS-06, COS-05.02BA.8.22Trennung von Netzendokumentiertes Rahmenwerk, für IaaS und PaaS als Zusatz Verschlüsselung
OPS-15.01BA.8.15ProtokollierungZuordnung auf Mandantenebene

Häufige Fragen

Reicht eine Mandanten-ID in der Datenbank als Trennung?+
Nach dem Katalog nicht allein. OPS-30.01B verlangt eine Richtlinie mit Maßnahmen je Schicht des Dienstes, nach Schutzziel und Maßnahmenart, dazu Überwachung und Reaktion bei Abweichungen. Eine Mandanten-ID kann eine präventive Maßnahme in der Datenschicht sein; Tests und Reaktion gehören dazu.
Muss ich jeden Mandanten mit eigenem Schlüssel verschlüsseln?+
Nicht zwingend. Nach den ergänzenden Informationen zu OPS-31 kann die Risikobeurteilung ergeben, dass für bestimmte gemeinsam genutzte Ressourcen keine kryptografische Trennung nötig ist. Die Begründung muss dokumentiert sein.
Welches Schichtenmodell soll ich verwenden?+
Der Katalog nennt als Beispiel die Schichten der CISA Cloud Security Technical Reference Architecture, Version 2.0, lässt aber eine eigene Kategorisierung zu. Wichtig ist, dass jede Schicht mit Kundendaten erfasst ist und die Maßnahmen je Schicht nachvollziehbar sind.
Wie belege ich eine komplexe Trennung?+
Lässt sich die Wirksamkeit wegen einer komplexen Umsetzung nicht mit hinreichender Sicherheit beurteilen, kann der Nachweis nach den ergänzenden Informationen zu OPS-31 auch durch Expertenprüfungen Dritter erbracht werden, etwa Penetrationstests. Wir empfehlen zusätzlich automatische Trennungstests, weil sie die Wirksamkeit über den ganzen Zeitraum belegen.
Gilt COS-06 auch für SaaS?+
Das Basiskriterium gilt für gemeinsam genutzte Netzumgebungen; bei physischer Trennung ist es nach den ergänzenden Informationen nicht anwendbar. Das erweiternde COS-06.01AC richtet sich ausdrücklich an IaaS und PaaS.

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Quellen

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG).