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BSI C5

Post-Quanten-Kryptografie im C5:2026: Krypto-Inventar und Migrationsplan aufbauen

Eine Strategie für Post-Quanten-Kryptografie (PQC) verlangt C5:2026 nur als erweiterndes Zusatzkriterium (CRY-01.01AC bis CRY-01.03AC). Ihr Kern ist ein Verzeichnis aller eingesetzten kryptografischen Verfahren mit Prioritäten und ein Plan, wann und wie sie ausgetauscht werden. Diese Seite zeigt, was davon schon die Basiskriterien voraussetzen, wie ein solches Inventar aussieht und wie Sie den Migrationsplan prüffähig führen.

Vergoldeter Kühlaufbau eines Quantencomputers in einem abgedunkelten Labor

Stand: 2026-11-01

Diese Seite behandelt die Post-Quanten-Kryptografie als Schwerpunkt des C5:2026. Kryptorichtlinie, Schlüsselmanagement und Rotation im Ganzen behandelt die Seite Themengebiet CRY.

Worum geht es bei der Post-Quanten-Kryptografie im C5:2026?

Der Katalog zählt die Post-Quanten-Kryptografie zu seinen neuen Schwerpunkten (Abschnitt 1.1). Gemeint ist der Schutz vor Angreifern, die einen Quantencomputer besitzen. CRY-01.01AC verlangt dafür eine dokumentierte PQC-Strategie. CRY-01.02AC nennt vier Inhalte: ein Verzeichnis der eingesetzten kryptografischen Mechanismen mit einer Prioritätsstufe je Eintrag, die Beobachtung des Stands der Technik, den Einsatz hybrider Kryptografiemodelle und die Festlegung von auslösenden Ereignissen, Ressourcen, Übergangsplänen und Erfolgskriterien. Nach CRY-01.03AC wird die Strategie samt Verzeichnis und Risikobeurteilung mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen überprüft.

Diese drei Unterkriterien sind erweiternd, also kein Pflichtprogramm. Sie werden geprüft, wenn Sie sie in den Prüfungsumfang aufnehmen; wie das geht, erklärt die Seite C5-Kriterienkatalog. Drei Basiskriterien bereiten den Weg aber schon für jeden Anbieter vor:

  • Kryptoagilität (CRY-01.01B Nr. 9): Die Kryptorichtlinie muss berücksichtigen, dass sich Verfahren während ihrer Lebensdauer effizient austauschen lassen.
  • Änderungsmanagement (CRY-01.01B Nr. 8 und CRY-02): Änderungen an kryptografischen Systemen werden auf ihre Folgen bewertet, auch für Workloads, die Kunden selbst verwalten, und die Kunden werden über diese Folgen informiert.
  • Überprüfung (CRY-01.02B und CRY-03): Die Richtlinie wird gegen die Technische Richtlinie BSI TR-02102 oder passende NIST-Vorgaben geprüft, die Verfahren werden mindestens jährlich und nach Vorfällen mit kryptografischen Komponenten auf den Stand der Technik überprüft.

Ein Verzeichnis der Verfahren brauchen Sie in der Praxis schon für diese Basis: Ohne zu wissen, wo welches Verfahren läuft, lassen sich weder Austauschbarkeit noch Überprüfung belegen. Für den Gesundheitsmarkt gilt nach unserer Einordnung: § 393 SGB V knüpft an ein Testat für die Basiskriterien an, anstelle dessen unter Bedingungen an einen Nachweis nach der C5-Gleichwertigkeitsverordnung; die PQC-Strategie gehört in keinem Fall dazu (siehe § 393 SGB V und C5-Gleichwertigkeitsverordnung).

Warum das Thema jetzt auf dem Tisch liegt, begründet der Katalog in den ergänzenden Informationen mit dem Szenario „store now, decrypt later“: Daten, die heute verschlüsselt übertragen oder gespeichert werden, könnten abgegriffen und später entschlüsselt werden. Für die Migration verweist er unter anderem auf die BSI-Leitlinie „Kryptografie quantensicher gestalten“, einen Implementierungsfahrplan der Europäischen Kommission und Entwürfe der NIST SP 1800-38.

Ausgangssituation: eine Abrechnungsplattform mit langlebigen Daten

Fiktives Beispiel, kein Kunde. Ein Anbieter betreibt eine Plattform, über die Pflegedienste ihre Leistungen abrechnen. Der Dienst läuft auf der Infrastruktur eines großen Cloud-Anbieters. Abrechnungsdaten bleiben nach den Verträgen mit den Kunden viele Jahre gespeichert. Die Kunden binden die Plattform über eine Schnittstelle mit Client-Zertifikaten an ihre Praxissoftware an, Dokumente werden elektronisch signiert.

So sieht es vor dem Projekt aus:

  • Die Kryptorichtlinie nennt „Stand der Technik“ und TLS ab Version 1.2, aber keine Verfahren je Einsatzzweck.
  • Wo überall Verschlüsselung läuft, weiß das Team aus dem Kopf: am Lastverteiler, im Service-Mesh, in der Datenbank, im Backup und bei den Signaturen. Ein Verzeichnis gibt es nicht.
  • Die Signaturbibliothek ist fest in den Code eingebaut; ein anderes Verfahren würde einen Umbau mehrerer Dienste bedeuten.
  • Die Client-Zertifikate der Kunden laufen mehrere Jahre und stammen von einer eigenen Zertifizierungsstelle.

Die Geschäftsführung will die PQC-Strategie in den Prüfungsumfang aufnehmen, weil Kunden aus der öffentlichen Hand danach fragen. Dafür braucht das Team zuerst das Inventar.

Wer ist wofür verantwortlich: Anbieter, Plattform, Kunde?

Die PQC-Strategie ist Sache des Anbieters. Viele Verfahren laufen aber in Diensten der Plattform, und die Kunden spüren jede Umstellung an ihren Schnittstellen. Unsere Einordnung für das Beispiel:

AspektAnbieterPlattform (Subdienstleister)Kunde (Pflegedienst)
PQC-Strategie und Verzeichnisschreibt, priorisiert und überprüft sie (CRY-01.01AC bis 03AC)--
Verfahren in verwalteten Diensten (Lastverteiler, Schlüsselverwaltung, Datenbank)erfasst sie im Verzeichnis, wählt Konfigurationen, verfolgt die Ankündigungen der Plattformbietet Verfahren und Umstellungen an-
Eigene Verfahren (Signatur, Client-Zertifikate, Service-Mesh)plant und führt den Austausch durch--
Umstellung an der Kundenschnittstellebewertet Folgen und informiert Kunden mit Vorlauf (CRY-02.01B)-stellt die eigene Software rechtzeitig um

Für CRY-01 und CRY-03 nennt der Katalog keine korrespondierenden Kriterien für Kunden. Dass Kunden ihre Clients umstellen müssen, setzen Sie trotzdem voraus; das gehört als korrespondierende Kundenkontrolle (CUEC) in die Systembeschreibung.

Arbeitsprodukt: Krypto-Inventar mit Prioritäten

Das Verzeichnis nach CRY-01.02AC Nr. 1 braucht je Eintrag eine Prioritätsstufe, die sich aus Auswirkung und Wahrscheinlichkeit von Angriffen mit Quantencomputern und aus dem Aufwand der Behebung ergibt. Die Spalten unten sind unser Vorschlag; die Bewertung ist die des fiktiven Anbieters aus seiner eigenen Risikobeurteilung, keine allgemeine Einstufung von Verfahren.

EinsatzVerfahrensklasseBetrieben vonSchutzdauer der DatenAustauschbarkeitPriorität
Externe Schnittstelle (TLS am Lastverteiler)asymmetrischer Schlüsselaustausch, Signatur im ZertifikatPlattform, konfiguriert vom Anbieterso lange wie die übertragenen AbrechnungsdatenKonfiguration, abhängig vom Angebot der Plattform und von den Kunden-Clientshoch
Client-Zertifikate der Kundenasymmetrische SignaturAnbieter (eigene Zertifizierungsstelle)Laufzeit der Zertifikateneue Zertifizierungsstelle und Austausch bei allen Kundenhoch
Signatur von Abrechnungsdokumentenasymmetrische SignaturAnbieter (fest eingebaute Bibliothek)Aufbewahrungsdauer der DokumenteUmbau mehrerer Dienstehoch
Service-Mesh zwischen Dienstenasymmetrischer SchlüsselaustauschAnbieterkurz, Verkehr innerhalb der Plattformzentrale Konfigurationmittel
Verschlüsselung der Datenbank und der Backupssymmetrische Verschlüsselung, Schlüssel in der Schlüsselverwaltung der PlattformPlattform, konfiguriert vom AnbieterAufbewahrungsdauerKonfigurationnach Abgleich mit TR-02102-1 festzulegen

Zum Inventar gehört ein Migrationsplan, der die Anforderungen aus CRY-01.02AC Nr. 4 je Eintrag beantwortet: Was löst die Umstellung aus (etwa eine Empfehlung in der jeweils aktuellen TR-02102-1 oder ein Angebot der Plattform), welche Ressourcen braucht sie, wie sieht der Übergang aus (etwa ein hybrides Verfahren für eine Übergangszeit) und woran erkennen Sie den Erfolg. Hybride Modelle kombinieren nach den ergänzenden Informationen klassische und quantensichere Mechanismen, damit das System sicher bleibt, wenn eine Komponente kompromittiert wird. Welche Verfahren als quantensicher gelten, entnehmen Sie den vom Katalog genannten Richtlinien in ihrer jeweils aktuellen Fassung; diese Seite legt keine Verfahren fest.

Beispiel-Kontrollbeschreibung zu CRY-01.03AC

Ein Inventar ist nur so viel wert wie seine Pflege. Die folgende Kontrolle hält Verzeichnis und Strategie aktuell (eigene Formulierung, kein Katalogtext):

FeldBeispiel
Kontroll-IDK-CRY-01-PQC Überprüfung von PQC-Strategie und Krypto-Inventar
ZugeordnetCRY-01.01AC bis CRY-01.03AC; in der Basis CRY-01.01B Nr. 9, CRY-03.01B und CRY-03.02B
ZielDas Verzeichnis enthält alle eingesetzten Verfahren mit gültiger Priorität, und der Migrationsplan ist an den Stand der Technik angepasst.
VerantwortlichLeitung Plattformbetrieb (Durchführung); Kontrolle und Freigabe durch die Informationssicherheitsbeauftragte (ISB)
Auslöser und Frequenzjährlich im ersten Quartal; zusätzlich bei einer neuen Fassung der TR-02102, bei Ankündigungen der Plattform zu Verfahren, bei Architekturänderungen und nach Sicherheitsvorfällen mit kryptografischen Komponenten
DurchführungAbgleich des Verzeichnisses mit automatisch erhobenen Daten (Zertifikatsbestand, Konfiguration der Lastverteiler und der Schlüsselverwaltung, Abhängigkeiten der Dienste). Neubewertung der Prioritäten nach den vier Punkten der ergänzenden Informationen zu CRY-01.03AC. Aktualisierung der Auslöser, Ressourcen und Erfolgskriterien im Migrationsplan.
KontrolleDie ISB prüft Vollständigkeit gegen die automatische Erhebung und gibt Verzeichnis und Plan frei. Umstellungen laufen danach über das Änderungsmanagement nach CRY-02.
EskalationFindet der Abgleich ein Verfahren ohne Eintrag, wird es binnen 30 Tagen bewertet. Verzögert sich ein Schritt des Migrationsplans mit hoher Priorität, entscheidet die Geschäftsführung über Ressourcen oder eine dokumentierte Risikoakzeptanz.
Nachweisfreigegebenes Verzeichnis mit Datum, Protokoll der Überprüfung, Migrationsplan mit Änderungshistorie, Änderungstickets der Umstellungen

Die Frist von 30 Tagen ist ein Beispielwert, keine Katalogvorgabe. Den Ablauf eines kryptografischen Änderungstickets mit Kundeninformation behandelt die Seite Themengebiet CRY.

Schaubild „PQC in C5:2026: Basis und Zusatz“. Linke Spalte „Basiskriterien (für jeden Anbieter)“: Kryptorichtlinie berücksichtigt Kryptoagilität (CRY-01.01B Nr. 9); Änderungen an kryptografischen Systemen bewerten, Kunden über Folgen informieren (CRY-01.01B Nr. 8, CRY-02); Richtlinie gegen TR-02102 oder NIST-Vorgaben prüfen, Verfahren mindestens jährlich und nach Vorfällen überprüfen (CRY-01.02B, CRY-03). Rechte Spalte gold umrandet „Erweiternd (CRY-01.01AC bis 03AC)“, geprüft, wenn Sie sie in den Prüfungsumfang aufnehmen: dokumentierte PQC-Strategie (CRY-01.01AC); vier Inhalte: Verzeichnis der Verfahren mit Prioritätsstufe je Eintrag, Stand der Technik beobachten, hybride Kryptografiemodelle einsetzen, auslösende Ereignisse, Ressourcen, Übergangspläne, Erfolgskriterien (CRY-01.02AC); Überprüfung samt Verzeichnis und Risikobeurteilung mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen (CRY-01.03AC). Unten der Arbeitsweg dieser Seite in vier Schritten: Verzeichnis der eingesetzten Verfahren, Prioritätsstufe je Eintrag, Migrationsplan je Eintrag mit Auslöser, Ressourcen und Übergang, Erfolgskriterien.
Grafik antippen, um sie in voller Größe zu öffnen.Was C5:2026 zur Post-Quanten-Kryptografie in Basis und Zusatz verlangt. Quelle: BSI, Kriterienkatalog Cloud Computing C5:2026, Version 1.1.0, CRY-01 bis CRY-03; Arbeitsweg und Darstellung eigen.

Welche Nachweise der Prüfer sehen will

Haben Sie die Zusatzkriterien im Umfang, will der Prüfer Strategie, Verzeichnis und Überprüfung sehen; für die Basis die Kryptorichtlinie mit Kryptoagilität und die Überprüfungen nach CRY-03. Beispiele aus dem Szenario:

NachweisKriteriumHerkunftVerantwortlichZeitbezug
Kryptorichtlinie mit Abschnitt zur KryptoagilitätCRY-01.01B Nr. 9Dokumentenablage des ISMSISBim Zeitraum gültige Fassung
PQC-Strategie, abgestimmt mit der KryptorichtlinieCRY-01.01AC, CRY-01.02ACDokumentenablage des ISMSISBim Zeitraum gültige Fassung mit Freigabedatum
Krypto-Inventar mit PrioritätenCRY-01.02AC Nr. 1Inventarwerkzeug, Exporte aus Plattform und ZertifikatsverwaltungLeitung PlattformbetriebStand zum Stichtag, Änderungshistorie
Migrationsplan mit Auslösern, Ressourcen, Übergang und ErfolgskriterienCRY-01.02AC Nr. 4PlanungsdokumentLeitung Plattformbetriebim Zeitraum gültige Fassung
Protokoll der jährlichen Überprüfung von Strategie und VerzeichnisCRY-01.03ACPrüfprotokollISBjeder Durchlauf im Zeitraum
Überprüfung der Verfahren auf Stand der TechnikCRY-03.01B, CRY-03.02BPrüfbericht, Abgleich mit TR-02102ISBjährlich und nach Vorfällen
Änderungstickets mit Folgenbewertung und KundeninformationCRY-02.01B, CRY-02.02BTicketsystem, KundenkommunikationLeitung Plattformbetriebje Umstellung im Zeitraum

Wie Sie die Zuordnung von Nachweisen zu Unterkriterien führen, zeigt die Seite Nachweise und Dokumentation.

Mögliche Lücken: Ursache, Wirkung, Abhilfe

Die folgenden Lücken folgen aus dem Wortlaut der Kriterien und dem Szenario. Ist ein Unterkriterium im Prüfungsumfang nicht erfüllt, gilt das Kriterium als nicht erfüllt, und der Prüfer berichtet die Abweichung (Abschnitte 3.4.12 und 3.4.13).

Mögliche LückeUrsacheWirkungAbhilfe
Strategie ohne VerzeichnisDie PQC-Strategie beschreibt Absichten, nennt aber keine konkreten Einsatzorte.CRY-01.02AC Nr. 1 verlangt ein Verzeichnis mit Prioritätsstufe je Eintrag; ohne es ist die Strategie im Umfang nicht erfüllt.Verzeichnis aus automatischen Quellen aufbauen und je Eintrag Auswirkung, Wahrscheinlichkeit und Aufwand bewerten.
Verfahren in Plattformdiensten fehlenDas Team zählt nur selbst programmierte Kryptografie.Das Verzeichnis umfasst die „verwendeten“ Mechanismen; Lastverteiler, Schlüsselverwaltung und Datenbank der Plattform gehören zum Dienst.verwaltete Dienste mit ihrer Konfiguration aufnehmen und die Ankündigungen der Plattform als Auslöser im Plan führen.
Fest verdrahtete VerfahrenDie Signaturbibliothek ist ohne Abstraktion in mehrere Dienste eingebaut.Schon die Basis verlangt, Kryptoagilität in der Richtlinie zu berücksichtigen (CRY-01.01B Nr. 9); ein Austausch wird teuer und schwer planbar.Kryptografie hinter eine gemeinsame Schnittstelle legen und Verfahren konfigurierbar machen; den Umbau als Schritt im Migrationsplan führen.
Kunden erfahren zu spät von UmstellungenUmstellungen gelten als reine Betriebsaufgabe.CRY-02.01B verlangt, die Folgen für Kunden-Workloads zu bewerten und Kunden darüber zu informieren.jede Umstellung an der Schnittstelle über das kryptografische Änderungsmanagement mit Vorlauf und Testumgebung für Kunden.
Keine jährliche ÜberprüfungDie Strategie wurde einmal für die Prüfung geschrieben.CRY-01.03AC verlangt die Überprüfung mindestens jährlich; im Typ-2-Zeitraum fehlt sonst der Wirksamkeitsnachweis.feste Überprüfung wie in der Kontrolle oben, gekoppelt an die Überprüfung nach CRY-03.

Ob Sie die Zusatzkriterien schon im ersten Testat aufnehmen oder zuerst die Basis sichern, ist eine Frage der Maßnahmenplanung.

Kriterien mit PQC-Bezug

Titel nach der deutschen Fassung 1.1.0, Zählung der Unterkriterien nach Abschnitt 5 (B = Basis, AS = verschärfend, AC = erweiternd). Die Spalte „Worum es geht“ ist unsere eigene Kurzbeschreibung, kein Katalogtext; verbindlich ist der Wortlaut der Kriterien im Katalog.

IDTitel (Katalog)B/AS/ACWorum es geht
CRY-01Richtlinie für die Verwendung kryptographischer Mechanismen2/0/3Kryptorichtlinie mit Kryptoagilität in der Basis, PQC-Strategie mit Verzeichnis und jährlicher Überprüfung als Zusatz.
CRY-02Kryptographisches Änderungsmanagement3/0/0Umstellungen bewerten, nachvollziehbar dokumentieren und Kunden über Folgen informieren.
CRY-03Überprüfung kryptographischer Verfahren2/0/0Verfahren mindestens jährlich und nach Vorfällen auf den Stand der Technik prüfen und bei Bedarf aktualisieren.

CRY-02 und CRY-03 sind in C5:2026 ohne Vorgänger neu. Die übrigen 16 Kriterien des Gebiets stehen auf der Seite Themengebiet CRY.

Bezug zu ISO/IEC 27001:2022 Anhang A

Die folgende Zuordnung ist unsere eigene, nicht amtliche Einordnung nach Thema. Das BSI hat für C5:2026 noch keine Kreuzreferenz veröffentlicht, und auch eine amtliche Tabelle zeigt nach dem Katalog nur thematische Nähe, keine Erfüllung (Abschnitt 3.3).

C5:2026ISO/IEC 27001:2022 Anhang AThema (Kurzbezeichnung)Was C5 zusätzlich konkret verlangt (unsere Einschätzung)
CRY-01.01AC bis 03ACA.8.24Einsatz von KryptografiePQC-Strategie mit priorisiertem Verzeichnis, hybriden Modellen und Migrationsplan
CRY-02A.8.32ÄnderungenFolgenbewertung für Kunden-Workloads und Kundeninformation
CRY-03A.8.24Überprüfungmindestens jährlich und nach Vorfällen mit kryptografischen Komponenten

Häufige Fragen

Brauche ich für ein C5-Testat eine PQC-Strategie?+
Nur wenn Sie die erweiternden Zusatz-Unterkriterien CRY-01.01AC bis CRY-01.03AC in den Prüfungsumfang aufnehmen. In der Basis verlangt der Katalog, dass die Kryptorichtlinie Kryptoagilität berücksichtigt, dazu ein kryptografisches Änderungsmanagement und die jährliche Überprüfung der Verfahren.
Was gehört in das Krypto-Inventar?+
Nach CRY-01.02AC Nr. 1 die verwendeten kryptografischen Mechanismen mit einer Prioritätsstufe je Eintrag, abgeleitet aus Auswirkung und Wahrscheinlichkeit von Angriffen mit Quantencomputern und dem Aufwand der Behebung. Wir empfehlen zusätzlich Einsatzort, Betreiber, Schutzdauer der Daten und Austauschbarkeit.
Schreibt C5 bestimmte quantensichere Verfahren vor?+
Nein. Der Katalog verlangt den Stand der Technik, verweist auf die Technische Richtlinie BSI TR-02102 in der jeweils aktuellen Fassung und nennt für die Migration weitere Empfehlungen, etwa die BSI-Leitlinie „Kryptografie quantensicher gestalten“. Welche Verfahren Sie wählen, legen Sie in Strategie und Kryptorichtlinie fest.
Was sind hybride Kryptografiemodelle?+
Nach den ergänzenden Informationen zu CRY-01.02AC kombinieren sie klassische und quantensichere Mechanismen, damit das System sicher bleibt, wenn eine Komponente kompromittiert wird. Ihr Einsatz ist einer der vier Inhalte der PQC-Strategie.
Wie oft muss die PQC-Strategie überprüft werden?+
Mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen, die sich auf die Strategie auswirken, einschließlich Verzeichnis und Risikobeurteilung (CRY-01.03AC).

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Quellen

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG).