Blackfort Technology
C5-Readiness

BSI C5

C5-Themengebiet PS: physische Sicherheit mit Rechenzentrumsbetreibern aufteilen

Das Themengebiet PS regelt Gebäude, Zutritt, Brandschutz, Stromversorgung und Redundanz der Standorte, an denen der Cloud-Dienst läuft. Wer in Colocation-Rechenzentren oder bei einem Hyperscaler betreibt, erfüllt einen großen Teil der acht Kriterien über Kontrollen des Betreibers; einige Pflichten bleiben auch beim Carve-out beim Anbieter. Diese Seite zeigt an einem Beispiel mit beiden Betriebsformen, wer welches Kriterium abdeckt und was der Prüfer vom Anbieter selbst sehen will.

Gang zwischen vergitterten Rack-Käfigen in einem dunklen Rechenzentrum, ein Türschloss im goldenen Licht

Stand: 2026-11-01

Diese Seite behandelt das Themengebiet PS (Physische Sicherheit) des C5:2026, Abschnitt 5.5 des Katalogs. Wie Kriterien und Unterkriterien grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt die Seite C5-Kriterienkatalog. Sie betreiben das Rechenzentrum selbst und bieten IaaS oder Colocation an? Die Sicht des Betreibers zeigt die Seite Rechenzentrum und Hosting; hier geht es um Anbieter, die Flächen mieten oder eine Plattform nutzen.

Worum geht es im Themengebiet PS?

PS schützt die Gebäude und Räume, in denen der Dienst läuft. Der Katalog nennt als Ziel, unberechtigten physischen Zutritt zu verhindern und vor Diebstahl, Schaden, Verlust und Ausfall des Betriebs zu schützen (Abschnitt 5.5). Die Kriterien verlangen konkrete Werte: mindestens zwei Standorte mit hinreichendem Abstand (PS-02.01B), Bauelemente, die einem Einbruchsversuch zusammen mindestens zehn Minuten standhalten (PS-03.03B), Sperrung von Zutrittsberechtigungen nach zwei Monaten ohne Nutzung (PS-04.01B), Brandabschnitte mit mindestens 90 Minuten Feuerwiderstand oder gleichwertige Maßnahmen (PS-05.02B), Redundanz N+1 in Strom- und Kälteversorgung und jährlich getestete USV und Netzersatzanlagen (PS-06.01B).

Das Gebiet umfasst acht Kriterien, PS-01 bis PS-08, mit 28 Basis-Unterkriterien, 2 verschärfenden und 10 erweiternden Zusatz-Unterkriterien. Neu gegenüber C5:2020 ist laut Änderungshistorie PS-08 zur Sicherheit von Arbeitsplätzen. PS-01 bis PS-07 gelten für Rechenzentren und Serverräume, in denen Kundendaten verarbeitet werden, einschließlich der Standorte für Datensicherung und Redundanz und der technischen Versorgung. Büros und Serverräume, in denen keine Kundendaten verarbeitet oder gespeichert werden, fallen nach den ergänzenden Informationen zu PS-01 unter PS-08.

Ausgangssituation: eigene Server in Colocation, Sicherungen beim Hyperscaler

Fiktives Beispiel, kein Kunde. Ein Anbieter betreibt eine Plattform, mit der Rettungsdienste ihre Einsätze dokumentieren und an die aufnehmenden Kliniken übermitteln. Die Produktion läuft auf eigenen Servern in gemieteten, abschließbaren Rack-Käfigen in zwei Colocation-Rechenzentren in verschiedenen Städten in Deutschland, die Sicherungen liegen verschlüsselt im Objektspeicher eines großen Cloud-Anbieters. Im Büro steht ein kleiner Serverraum mit Test- und Entwicklungssystemen. Ein Landkreis verlangt einen C5-Typ-2-Bericht.

So sieht es vor dem Projekt aus:

  • Beide Rechenzentrumsbetreiber haben ISO-27001-Zertifikate; ihre Prüfberichte hat niemand angefordert.
  • Für die Käfige führt jeder Betreiber eine Liste der Personen mit Zutritt. Darin stehen auch ein ausgeschiedener Administrator und ein Dienstleister, der seit einem Jahr nicht mehr vor Ort war.
  • Das Umschalten zwischen den beiden Standorten wurde beim Aufbau einmal getestet, seitdem nicht mehr.
  • Für Fehleranalysen werden gelegentlich Auszüge echter Einsatzdaten auf die Testsysteme im Büro kopiert.

Wer ist wofür verantwortlich: Anbieter, Plattform, Kunde?

Laut Abschnitt 3.4.6 ist bei Rechenzentren, die Dritte betreiben, grundsätzlich davon auszugehen, dass ein Verhältnis zu einem Subdienstleister (Subservice-Organisation) besteht, insbesondere für die Kriterien der physischen Sicherheit. Das gilt für Colocation ebenso wie für die Infrastruktur eines Hyperscalers; die ergänzenden Informationen zu PS-01.05B nennen Serverhousing, Colocation und IaaS ausdrücklich als Beispiele für Räumlichkeiten, die Dritte betreiben. Reine Colocation ist nach unserer Einordnung selbst kein Cloud-Dienst, weil die Definition im Katalog die Bereitstellung nach dem Selbstbedienungsprinzip verlangt (Abschnitt 1.2); nach der BSI-FAQ kann über etwas, das kein Cloud-Dienst ist, keine eigene C5-Prüfung erfolgen, es kann aber in der Prüfung eines Cloud-Dienstes mitbetrachtet werden. Für Sie als Mieter heißt das: Der Betreiber setzt die Gebäudekontrollen um, Sie beschreiben und überwachen sie als korrespondierende Kontrollen der Subservice-Organisation (CSOC), also die Kontrollen, die Sie beim Subdienstleister voraussetzen; Hardware und Betrieb der Server im Käfig liegen bei Ihnen. Der Anbieter wählt, ob er die Kontrollen des Subdienstleisters mitprüfen lässt (Inclusive) oder ausklammert (Carve-out); die Grundlagen dazu stehen auf der Seite C5-Scope. Unsere Einordnung für das Beispiel:

AspektAnbieterPlattform (Subdienstleister)Kunde (Rettungsdienst, Landkreis)
Gebäude, Perimeter, Brandschutz, Versorgung, Umgebungsüberwachung in den Rechenzentren (PS-03, PS-05, PS-06, PS-07)beschreibt die erwarteten CSOC und überprüft ihre Umsetzung (PS-01.05B, PS-01.06B)Colocation-Betreiber und Hyperscaler setzen die Kontrollen um; beim Carve-out außerhalb der Prüfung-
Zutritt zu den Rack-Käfigen (PS-04)entscheidet, wer vom eigenen Personal und von Dienstleistern Zutritt bekommt, und lässt Berechtigungen sperrenColocation-Betreiber betreibt das Zutrittskontrollsystem und protokolliert-
Zutritt beim Hyperscalerkeiner; kein eigenes Personal vor Ortvollständig-
Redundanzmodell (PS-02)legt die Standorte fest, plant die Redundanz und testet sie jährlichstellen die Standorte bereitstellt nach den korrespondierenden Kriterien sicher, dass Redundanzmodell und Nachweise zu den eigenen Anforderungen an Verfügbarkeit passen
Büro mit Test- und Entwicklungssystemen (PS-08)vollständig--

Inbetriebnahme, Lagerung, Transport und Außerbetriebnahme der eigenen Server im Käfig regelt das Themengebiet AM (AM-06, AM-07, AM-10, AM-11). Die korrespondierenden Kontrollen der Subservice-Organisation (CSOC; PS-01.05B spricht von komplementären Kontrollen der Subservice-Organisationen) sind Kontrollen, die der Anbieter bei der Gestaltung seines Kontrollsystems beim Subdienstleister voraussetzt. Der Prüfer prüft sie beim Carve-out nicht selbst, nur ob die Annahmen in der Systembeschreibung sachgerecht dargestellt sind. Der Anbieter bleibt nach 3.4.6 verantwortlich und überwacht die Subdienstleister nach SSO, insbesondere SSO-05.

Verantwortungsmatrix: welches Kriterium bei wem liegt

Die Tabelle oben zeigt die Grenze grob. Für die Systembeschreibung und die Überwachung brauchen Sie die Zuordnung je Kriterium. So haben wir sie für das Beispiel aufgestellt; „Anbieter“ heißt, die Kontrolle ist Teil Ihres eigenen Kontrollsystems und wird auch beim Carve-out geprüft, „CSOC“ heißt, Sie setzen sie beim Betreiber voraus und überwachen sie.

KriteriumColocation-RechenzentrumHyperscaler (Sicherungen)Büro
PS-01 SicherheitsanforderungenAnbieter: Anforderungen festlegen, CSOC beschreiben und überprüfen; CSOC: Umsetzung im GebäudeAnbieter: CSOC beschreiben und überprüfen; CSOC: Umsetzung-
PS-02 RedundanzmodellAnbieter: zwei Standorte mit Abstand, jährlicher TestAnbieter: Wahl von Region und Zonen für die Sicherungen-
PS-03 PerimeterschutzCSOCCSOC-
PS-04 ZutrittskontrolleAnbieter: Vergabe und Sperrung der Berechtigungen für eigenes Personal und Dienstleister, Abgleich der Listen; CSOC: Zutrittssystem, Mehr-Faktor-Authentisierung, Protokoll, BesucherCSOC-
PS-05 Schutz vor Feuer, Wasser, BlitzCSOCCSOC-
PS-06 Strom und VersorgungCSOC; Anbieter: Wartungsverträge für die eigenen Geräte im Käfig, soweit PS-06.04AC aufgenommen istCSOC-
PS-07 Überwachung der ParameterCSOC; Anbieter: Empfang der Alarme, soweit vertraglich vorgesehenCSOC-
PS-08 Arbeitsplätze--Anbieter

Drei Dinge zeigt die Matrix. Erstens bleibt PS-01 auch beim Carve-out beim Anbieter: PS-01.05B verlangt, im Dokument die erwarteten CSOC und die Maßnahmen zu ihrer Überwachung zu beschreiben, PS-01.06B die Überprüfung ihrer Umsetzung. Zweitens ist das Redundanzmodell eine Architekturentscheidung des Anbieters. Eine Architektur, die den Dienst gleichzeitig aus mehr als zwei Standorten erbringt, kann nach den ergänzenden Informationen zu PS-02 eine alternative Erfüllung darstellen; ob zwei Zonen einer Hyperscaler-Region die Anforderung an Standorte mit hinreichendem Abstand erfüllen, sollten Sie anhand der Angaben der Plattform bewerten und begründen. Als Maßstab helfen die Definitionen in Abschnitt 1.2 (eine Zone umfasst mindestens zwei Standorte in räumlicher Nähe, jeder Standort gehört genau einer Zone an) und die ergänzenden Informationen zu PS-02: Der Abstand richtet sich nach der Bewertung elementarer Gefährdungen am Standort, sehr großräumige Ereignisse wie Hochwasser oder Erdbeben bleiben dabei unberücksichtigt. Drittens bleibt die Vergabe der Zutrittsberechtigungen für das eigene Personal Ihre Aufgabe, auch wenn der Betreiber das System betreibt.

Ein Sonderfall ist das Büro: Werden dort Kundendaten verarbeitet oder gespeichert, wie bei den kopierten Einsatzdaten im Beispiel, gelten für den Serverraum PS-01 bis PS-07; PS-08 sieht der Katalog nach den ergänzenden Informationen zu PS-01 für Räume vor, in denen keine Kundendaten verarbeitet oder gespeichert werden. Wir empfehlen, echte Kundendaten von den Testsystemen fernzuhalten; DEV-07.03B verlangt für Kundendaten in Tests ohnehin eine Genehmigung und Anonymisierung (siehe DEV).

Beispiel-Kontrollbeschreibung zu PS-01

Unsere Beispiel-Kontrolle für den Anbieter oben (eigene Formulierung, kein Katalogtext):

FeldBeispiel
Kontroll-IDK-PS-01-01 Überprüfung der CSOC der Rechenzentrumsbetreiber
ZugeordnetPS-01.05B, PS-01.06B; Überwachung nach SSO-05
ZielFür jeden Standort, an dem Kundendaten verarbeitet oder gesichert werden, ist beschrieben, welche physischen Kontrollen der Anbieter beim Betreiber voraussetzt, und mindestens jährlich belegt, dass der Betreiber sie umgesetzt hat.
VerantwortlichLeitung Betrieb (Durchführung); Kontrolle durch die Informationssicherheitsbeauftragte (ISB); Einkauf (Vertragliche Rechte auf Berichte und Begehungen)
Auslöser und Frequenzjährlich je Betreiber; zusätzlich bei Vertragsabschluss, bei Standortwechsel und bei Meldung eines Sicherheitsvorfalls des Betreibers
DurchführungDie CSOC-Liste je Standort leitet sich aus PS-03 bis PS-07 ab, etwa Zutrittssystem mit Protokoll und Mehr-Faktor-Authentisierung für Bereiche mit Systemen für Kundendaten, Brandmeldeanlage mit Meldung an die Feuerwehr, N+1 bei Strom und Kälte, jährliche Tests von USV und Netzersatzanlage. Die Leitung Betrieb fordert die aktuellen Prüfberichte oder Zertifikate an, ordnet die dort geprüften Kontrollen der CSOC-Liste zu und dokumentiert, welche CSOC belegt sind, welche nicht und welcher Zeitraum abgedeckt ist. Für nicht belegte CSOC holt sie ergänzende Nachweise ein, etwa ein Protokoll der Netzersatzanlagen-Tests, oder plant eine Begehung.
KontrolleDie ISB prüft die Auswertung auf Vollständigkeit und stellt sicher, dass Abweichungen in den Berichten der Betreiber bewertet sind.
EskalationIst eine CSOC nicht belegt oder berichtet der Betreiber eine Abweichung, geht das als Risiko in das Risikoregister; der Risikoeigentümer entscheidet über Maßnahmen, etwa eine Nachforderung oder einen Standortwechsel.
NachweisCSOC-Liste je Standort, Berichte und Zertifikate der Betreiber mit Datum, Auswertung je Betreiber, Risikoeinträge, Vertragsklauseln zu Berichten und Begehungen

Wie Sie die Berichte der Subdienstleister insgesamt auswerten und im Inventar festhalten, zeigt die Seite Subdienstleisterinventar. Wichtig für Typ 2: Die Auswertung muss im Prüfungszeitraum stattgefunden haben, und der Bericht des Betreibers sollte einen Zeitraum abdecken, der zu Ihrem passt.

Schaubild „Wer deckt die physische Sicherheit ab?“ für C5 PS bei Colocation und Hyperscaler. Oben hervorgehoben die Beispiel-Kontrolle: für jeden fremd betriebenen Standort erwartete CSOC beschreiben und ihre Umsetzung mindestens jährlich überprüfen, auch beim Carve-out, Überwachung nach SSO-05 (PS-01.05B, PS-01.06B). Darunter drei Spalten. Colocation-Rechenzentrum: Betreiber (CSOC) für Perimeter, Feuer, Wasser, Blitz, Strom und Kälte, Überwachung der Parameter und Zutrittssystem (PS-03 bis PS-07); Anbieter vergibt und sperrt Zutrittsberechtigungen und betreibt zwei Standorte mit Abstand mit jährlichem Test (PS-04, PS-02). Hyperscaler: Plattform (CSOC) für alle Gebäudekontrollen und den Zutritt (PS-03 bis PS-07); Anbieter wählt Region und Zonen für die Sicherungen (PS-02). Büro: kein Betreiber, der Anbieter ist vollständig zuständig für die Sicherheitsanforderungen an Arbeitsplätze (PS-08); werden dort Kundendaten verarbeitet, gilt nicht mehr nur PS-08.
Grafik antippen, um sie in voller Größe zu öffnen.Aufteilung der physischen Sicherheit bei fremd betriebenen Rechenzentren. Quelle: BSI, Kriterienkatalog Cloud Computing C5:2026, Version 1.1.0, Abschnitte 3.4.6 und 5.5; eigene Darstellung.

Welche Nachweise der Prüfer sehen will

Beim Carve-out sieht der Prüfer die Gebäudekontrollen nicht selbst. Er will aber die Kontrollen sehen, die beim Anbieter bleiben. Beispiele aus unserem Szenario:

NachweisKriteriumHerkunftVerantwortlichZeitbezug
Sicherheitsanforderungen für Gebäude und Räume mit Sicherheitsbereichen, abgeleitet aus Richtlinie, Schutzbedarf und RisikobeurteilungPS-01.01B, PS-01.02BISMS-DokumentationISBim Zeitraum gültige Fassung
CSOC-Liste und Beschreibung der Überwachung je StandortPS-01.05BISMS-Dokumentation, SystembeschreibungLeitung Betriebim Zeitraum gültige Fassung
Auswertung der BetreiberberichtePS-01.06BAuswertungsprotokollLeitung Betriebjährliche Auswertung im Zeitraum
Redundanzkonzept und Protokoll des UmschalttestsPS-02.01B bis 03BBetriebsdokumentation, TestprotokollLeitung Betriebmindestens ein Test im Jahr
Zutrittslisten der Betreiber gegen Personal- und Dienstleisterliste, SperranträgePS-04.01BListen der Betreiber, TicketsLeitung Betriebjeder Abgleich im Zeitraum
Sicherheitsanforderungen für das Büro auf Basis einer RisikobewertungPS-08.01BISMS-DokumentationISBim Zeitraum gültige Fassung

Ein Nachweisregister ordnet jedem Unterkriterium seinen Nachweis zu; wie Sie es führen, zeigt die Seite Nachweise und Dokumentation.

Mögliche Lücken: Ursache, Wirkung, Abhilfe

Die folgenden Lücken ergeben sich aus dem Wortlaut der Kriterien und dem Szenario oben. Ist ein einziges Unterkriterium nicht erfüllt, gilt das Kriterium als nicht erfüllt, und der Prüfer berichtet die Abweichung (Abschnitte 3.4.12 und 3.4.13).

Mögliche LückeUrsacheWirkungAbhilfe
CSOC nicht beschriebenDer Anbieter verlässt sich auf das Zertifikat des Betreibers.PS-01.05B verlangt, die erwarteten CSOC und die Maßnahmen zu ihrer Überwachung zu beschreiben; ohne sie fehlt auch die Grundlage für die Darstellung in der Systembeschreibung.CSOC-Liste je Standort aus PS-03 bis PS-07 ableiten.
Berichte der Betreiber nicht ausgewertetBerichte nie angefordert.PS-01.06B verlangt die Überprüfung der Umsetzung der CSOC nach SSO-05.vertragliches Recht auf Berichte, jährliche Auswertung wie in K-PS-01-01.
Veraltete ZutrittsberechtigungenListen der Betreiber werden nicht abgeglichen.PS-04.01B verlangt ein geregeltes Verfahren für Vergabe und Änderung der Berechtigungen und ihre Sperrung nach zwei Monaten ohne Nutzung, Ausnahmen nur über das Verfahren nach SP-03.vierteljährlicher Abgleich mit Personal- und Dienstleisterliste, Austritt als Auslöser für Sperranträge.
Redundanz nicht getestetTest nur beim Aufbau.PS-02.03B verlangt, die Wirksamkeit der Redundanz mindestens jährlich durch Tests und Übungen zu überprüfen.jährlichen Umschalttest mit dem Notfalltest nach BCM-04 verbinden (siehe BCM).
Kundendaten im Büro-ServerraumKopien echter Daten für Fehleranalysen.Der Raum fällt dann unter PS-01 bis PS-07, die ein Büro nicht erfüllt.nur anonymisierte Testdaten, Fehleranalyse in der Produktion mit protokolliertem Zugriff.

Alle Kriterien des Themengebiets PS

Titel nach der deutschen Fassung 1.1.0, Zählung der Unterkriterien nach Abschnitt 5 (B = Basis, AS = verschärfend, AC = erweiternd). Die Spalte „Worum es geht“ ist unsere eigene Kurzbeschreibung, kein Katalogtext; verbindlich ist der Wortlaut der Kriterien im Katalog.

IDTitel (Katalog)B/AS/ACWorum es geht
PS-01Sicherheitsanforderungen für Gebäude und Räumlichkeiten6/0/5Sicherheitsbereiche, aus Risiken abgeleitete Anforderungen an Rechenzentren und, bei fremd betriebenen Rechenzentren, die erwarteten CSOC und ihre Überprüfung.
PS-02Redundanzmodell3/2/0Betrieb aus mindestens zwei Standorten mit hinreichendem Abstand, ausgelegt auf die Verfügbarkeitszusagen, jährlich getestet.
PS-03Perimeterschutz6/0/1Bauliche Hülle und Sicherheitsmaßnahmen gegen Einbruch, mit einer Mindestwiderstandszeit.
PS-04Physische Zutrittskontrolle3/0/0Elektronische Zutrittskontrolle mit Vergabeverfahren, Sperrung ungenutzter Berechtigungen, Mehr-Faktor-Authentisierung für Systemräume, Protokoll und Regeln für Besucher.
PS-05Schutz vor Bedrohungen von Außen und aus der Umgebung4/0/0Bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen gegen Feuer, Rauch, Blitz und Wasser.
PS-06Schutz vor Unterbrechungen durch Stromausfälle und ähnliche Risiken für Versorgungseinrichtungen3/0/4Redundante Strom- und Kälteversorgung, getestete USV und Netzersatzanlagen, Wartung und Schutz der Leitungen.
PS-07Überwachung der Betriebs- und Umgebungsparameter2/0/0Überwachung der Versorgung und der Umgebung mit automatischer Alarmierung.
PS-08Anforderungen an die Sicherheit von Arbeitsplätzen1/0/0Sicherheitsanforderungen für Büros auf Basis einer Risikobewertung.

Die Zusatzkriterien richten sich vor allem an Betreiber von Rechenzentren, etwa PS-01.02AC (autarker Betrieb eines Standorts für mindestens 72 Stunden bei Ausfall der externen Stromversorgung), PS-02.01AS (mehr als zwei Standorte, sodass bei Ausfall zweier Standorte ein dritter bleibt) und PS-03.01AC (ständig anwesendes Sicherheitspersonal, Videoüberwachung und Einbruchmeldeanlagen). Verlangt ein Kunde sie, betreffen sie bei fremd betriebenen Rechenzentren vor allem Ihre CSOC.

Bezug zu ISO/IEC 27001:2022 Anhang A

Die folgende Zuordnung ist unsere eigene, nicht amtliche Einordnung nach Thema. Das BSI hat für C5:2026 noch keine Kreuzreferenz veröffentlicht, und auch eine amtliche Tabelle zeigt nach dem Katalog nur thematische Nähe, keine Erfüllung (Abschnitt 3.3). Die Kurzbezeichnungen sind unsere, keine Titel aus der Norm. Was Sie aus einem zertifizierten ISMS insgesamt wiederverwenden können, steht auf der Seite C5 und ISO 27001.

C5:2026ISO/IEC 27001:2022 Anhang AThema (Kurzbezeichnung)Was C5 zusätzlich konkret verlangt (unsere Einschätzung)
PS-01, PS-03A.7.1Sicherheitsbereiche und PerimeterBeschreibung und Überprüfung der CSOC, Mindestwiderstandszeit
PS-02A.8.14Redundanzmindestens zwei Standorte mit Abstand, jährlicher Test
PS-04A.7.2, A.7.6ZutrittSperrung nach zwei Monaten ohne Nutzung, Mehr-Faktor-Authentisierung für Systemräume
PS-05A.7.5UmweltgefahrenFeuerwiderstand von 90 Minuten oder gleichwertige Maßnahmen, Brandmeldung an die Feuerwehr
PS-06A.7.11, A.7.12, A.7.13Versorgung, Verkabelung, WartungN+1, jährliche Tests, Prüfung der Leitungen mindestens alle zwei Jahre
PS-07A.7.4, A.7.11Überwachungautomatische Alarmierung bei Verlassen des Regelbereichs
PS-08A.7.3, A.7.7Büros und ArbeitsplätzeAnforderungen ausdrücklich auf Basis einer Risikobewertung

Häufige Fragen

Muss ich PS umsetzen, wenn mein Dienst bei einem Hyperscaler läuft?+
Die Gebäudekontrollen setzt die Plattform um. Bei einem Rechenzentrum, das Dritte betreiben, geht der Katalog grundsätzlich von einem Subdienstleister aus. Wenden Sie die Carve-out-Methode an, sind dessen Kontrollen nicht Teil Ihrer Prüfung. Sie beschreiben aber die erwarteten korrespondierenden Kontrollen der Subservice-Organisation (CSOC) und überprüfen deren Umsetzung (PS-01.05B, PS-01.06B), und das Redundanzmodell nach PS-02 bleibt Ihre Entscheidung.
Ist ein Colocation-Rechenzentrum ein Subdienstleister?+
Grundsätzlich ja. Die ergänzenden Informationen zu PS-01 nennen Serverhousing, Colocation und IaaS als Beispiele für Räumlichkeiten, die Dritte betreiben, und Abschnitt 3.4.6 geht bei fremd betriebenen Rechenzentren grundsätzlich von einem Subservice-Verhältnis aus, insbesondere für PS.
Reicht das ISO-27001-Zertifikat des Rechenzentrums als Nachweis?+
Der Katalog verlangt, die Umsetzung der CSOC nach SSO-05 zu überprüfen. Ob ein Zertifikat oder Bericht dafür genügt, hängt davon ab, welche Kontrollen und welchen Zeitraum er abdeckt. Ordnen Sie die belegten Kontrollen Ihrer CSOC-Liste zu und holen Sie für den Rest ergänzende Nachweise ein.
Brauche ich zwei Rechenzentren?+
PS-02.01B verlangt die Bereitstellung aus mindestens zwei Standorten mit hinreichendem Abstand für Betriebsredundanz. Eine Architektur, die den Dienst gleichzeitig aus mehr als zwei Standorten erbringt, kann nach den ergänzenden Informationen eine alternative Erfüllung sein. Die Wirksamkeit der Redundanz testen Sie mindestens jährlich.
Gilt PS auch für mein Büro?+
Für Büros und andere Räume ohne Kundendaten gilt PS-08 mit Sicherheitsanforderungen auf Basis einer Risikobewertung, für gemietete Büros ausdrücklich verhältnismäßig. Werden im Büro Kundendaten verarbeitet oder gespeichert, gelten für diese Räume die Anforderungen von PS-01 bis PS-07.

Weiterlesen

Quellen

Diese Inhalte dienen der allgemeinen technischen und organisatorischen Information und stellen keine Rechtsberatung dar (keine Rechtsdienstleistung i. S. d. RDG).